Reseller-Urteil: O2 muss sich mit Debitel anfreunden

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Die Blubberblasen bleiben störrisch

Der langjährige Rechtsstreit zwischen den Mobilfunkanbietern O2 Germany und Debitel ist vorerst beendet. Das Landgericht München I urteilte, auch der kleinste der vier Netzbetreiber in Deutschland müsse seine Verträge künftig zum Wiederverkauf anbieten.

Allerdings verhängte das Gericht entgegen der Forderung von Debitel keine Geldstrafe gegen O2. Weil die frühere Viag Interkom als bisher letzter Netzbetreiber in den deutschen Markt eingestiegen war, schrieb die Lizenzbestimmung keinen Zwang zu Dienste-Anbieter-Verträgen vor.

Damit sehen sich beide Unternehmen als Gewinner. Allerdings hat O2 bereits angekündigt, gegen den Vertragszwang möglicherweise Berufung einzulegen. Das Unternehmen vertreibt seine Mobilfunkverträge im Elektroeinzelhandel bisher auf eigene Faust. Dort würde O2 dann mit Debitel ins Gehege kommen.

O2 hatte Debitel bereits einen Reseller-Vertrag angeboten, dessen Bedingungen Debitel dann aber ablehnte. Deshalb ist offen, ob Debitel sich jetzt mit den Vorstellungen der Mobilfunker aus München anfreunden könnte.

Der Richterspruch gründet sich vor allem auf die deutsche Rechtslage, nach der Mobilfunker sich gegenüber Wiederverkäufern öffnen müssen, sobald sie mehr als vier Prozent Marktanteil besitzen. Das trifft auf O2 Germany zu. Allerdings werden die Bestimmungen derzeit an EU-Richtlinien angepasst. Danach könnte O2 seine Produkte weiterhin alleine vertreiben.