Paybox friert Endkundengeschäft ein

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Deutsche Bank zieht sich zurück

Die Paybox-Net AG hat Berichte über eine bevorstehende Insolvenz zurückgewiesen. Im Gegenteil sei der Anbieter von mobilen Zahlungslösungen dabei, die Firmengruppe umzustrukturieren, sagte Paybox-Sprecherin Anja Stolz auf Anfrage. Im Web-Forum dotcomtod.de hatte zuvor einer der New-Economy-Beobachter von Anzeichen für eine Pleite gesprochen.

In der Tat wird kräftig umgebaut bei Paybox: Zum einen hat sich der Hauptaktionär Deutsche Bank das dem Start-up zurückgezogen. Der Finanzkonzern will schließlich alles loswerden, was nicht zum eigenen Kerngeschäft passt. Das eigene Management habe die Anteile übernommen, teilt Paybox nun in einer ausführlichen Presseerklärung mit.

Außerdem “fokussiert Paybox auf profitables B2B-Geschäft mit regionalen Payment-Prozessoren, TK-Unternehmen und Banken”, heißt es weiter. In der Folge wird das Geschäft mit Endkunden und Händlern in Deutschland, Großbritannien und Schweden vorübergehend eingestellt. In Spanien soll es nach kurzer Unterbrechung weitergehen, Österreich werde auf Basis einer erfolgreichen Kooperation mit Mobilkom Austria weitergeführt.

Paybox will mit allen Niederlassungen den Vertrieb der Lösung im B2B-Bereich weiterführen. Dabei werde die Marke Paybox auch weiterhin vertreten sein, betonte Unternehmenssprecherin Stolz im Gespräch mit silicon.de. Für die Zahlungsabwicklung im Hintergrund bleibe die Deutsche Bank nach wie vor verantwortlich. Der B2B-Bereich werde außerdem um das Tochterunternehmen Paybox Solutions erweitert, das Zahlungslösungen im Auftrag entwickeln soll.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei die “langsame Marktentwicklung”, so Stolz. Die Erwartungen hätten sich hier nicht erfüllt. Opaybox habe seit über einem Jahr intensiv nach Partnern bei Telcos, Banken und Handelskonzernen gesucht – bisher ohne Erfolg. Sobald sich hier ein Durchbruch ergebe, könnten die Dienste im Endkundenbereich sofort wieder aufgenommen werden.

Die mobile Zahlungsanwendung für Endanwender sei bisher lediglich ein “Showcase” gewesen, betonte Stolz. “Den Kunden im Massenmarkt hinterherzulaufen, hat nie zu unserem Kerngeschäft gehört, das war immer klar.” Wegen der besonders kleinen Margen und der aufwändigen Kundengewinnung sei das Business Modell immer auf Partner ausgelegt gewesen.

“Wir bedauern diesen Schritt zutiefst”, so Paybox-CEO Mathias Entenmann. “Neben zufriedenen Kunden und Händlern reduzieren wir ein hoch qualifiziertes Team deutlich.” Es wird also Entlassungen geben. Paybox bezeichnet sich selbst als “Weltmarktführer für mobiles Bezahlen”.

Dahinter steht allerdings immer die Zahlungsabwicklung durch Bankeinzug und Überweisung auf das Girokonto des Zahlungsempfängers. Paybox liefert dazu die Plattform, auf der Zahlungen angestoßen, autorisiert und bestätigt werden können – entweder über Mobilfunk oder online. “Wir sind unverändert von der Zukunft des mobilen Bezahlens weltweit überzeugt und wissen, dass unsere Technologie weltweit führend ist”, so Entenmann.