Mobilcom rechnet mit Rückgabe der UMTS-Lizenz

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Trotz Milliarden-Verlust ganz entspannt …

Der angeschlagene Mobilfunkbetreiber Mobilcom wird seine UMTS-Lizenz voraussichtlich zum Jahresende an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) zurückgeben müssen. “Wir hoffen zwar weiter auf einen reichen Scheich aus Dubai, aber realistisch ist das nicht”, sagte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zusammen mit dem Großaktionär France Télécom im Rücken hatte Mobilcom die Lizenz im Sommer 2000 für rund 8,4 Milliarden Euro ersteigert.

Bis Jahresende schreiben die Lizenzbedingungen vor, dass ein Viertel der Bevölkerung mit UMTS-Diensten erreichbar sein muss. Derzeit deckt Mobilcom mit seiner Infrastruktur etwa 16 Prozent der potenziellen Kunden ab. Ein weiterer Ausbau erscheint sehr unwahrscheinlich, weil Gespräche mit möglichen Investoren bisher im Sand verlaufen waren.

Als Alternative gilt ein Verkauf von Infrastruktur und Lizenz im Paket – vorausgesetzt, die RegTP stimmt dem zu. Nachdem aber schon der kleinste der sechs UMTS-Lizenznehmer, das Joint-Venture Quam, aufgegeben hat, rechnet kaum ein Beobachter mit einem Einstieg. Sollte sich wider Erwarten doch ein Interessent finden, müsste Mobilcom 90 Prozent des Erlöses an France Télécom abführen.

Quam tritt inzwischen mit der Forderung an den Bund heran, zumindest die Umsatzsteuer auf die Lizenzgebühr zurückerstattet zu bekommen. Die Aussichten dafür sind ebenfalls minimal.