Ringelpiez in der Mobilcom-Chefetage

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Vorstandschef Grenz hat wieder Luft

An der Spitze des schwer angeschlagenen TK-Dienstleisters Mobilcom finden die Streitigkeiten kein Ende. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland ist nun Vorstandsmitglied Ulrich Kalthoff mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Er will jetzt wieder als stellvertretender Aufsichtsratschef die Geschicke des Unternehmens bestimmen. Der Aufsichtsrat will am Donnerstag über einen Nachfolger beraten.

Möglicherweise rückt Eckhard Spoerr in das Führungsgremium auf. Er ist derzeit verantwortlich für die Internet-Tochter Freenet. Wichtig sind diese Rochaden, weil damit Vorstandschef Thorsten Grenz wieder Oberwasser bekommen könnte. Der Nachfolger des geschassten Firmengründers Gerhard Schmid muss sich derzeit mit starken Widerständen von einigen Vorstandsmitgliedern auseinandersetzen.

Zuvor war schon Aufsichtsratschef Klaus Ripken per Gerichtsbeschluss aus dem Amt gehebelt worden. Er gilt als Vertrauter von Schmid. Der hatte zuvor seine Aktien an einen neuen Treuhänder übertragen, weil er mit Aussagen des zuvor eingesetzten Treuhänders Helmut Thoma nicht einverstanden war. Allerdings scheint damit die Entschuldung durch Großaktionär France Télécom gefährdet, auch wenn bezweifelt wird, ob die Transaktion überhaupt rechtens ist.

Die Mobilcom-Aktionäre müssen nun auf einer Hauptversammlung übernächste Woche entscheiden, ob sie dem eingeschlagenen Sanierungskurs zustimmen und France Télécom aus der Partnerschaft entlasen wollen.