Ricke und Gent schlagen sich um O2 Netherland

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Das könnte spannend werden

Sowohl der britische Mobilfunkkonzern Vodafone als auch die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom interessieren sich sehr stark für den niederländischen Anbieter O2 Netherland. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Die englische Mutter, MMO2 Plc., will sich offenbar von dem Unternehmen trennen, um den Umbau nach der eigenen Abspaltung von British Telecom voranzutreiben.

Analysten halten es für möglich, dass zwischen den beiden Spitzenreitern auf dem deutschen Markt eine veritable Übernahmeschlacht um den holländischen Carrier ausbrechen könnte. Allerdings mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen: Während die Bonner Telekom unter ihrem neuen Chef Kai-Uwe Ricke den Schuldenberg von 64 auf 50 Milliarden Euro drücken will, weist Vodafone nur offene Kredite über 12 Milliarden aus.

Außerdem hat Vodafone nach der gescheiterten Übernahme von Anteilen an der französischen Cegetel wieder Bares frei: Dafür waren 13 Milliarden Euro eingeplant. O2 Netherland wird dagegen auf einen Wert von nur 100 bis 200 Millionen Euro taxiert.

Vodafone und T-Mobile sind allerdings schon auf dem niederländischen Markt vertreten. Die Briten mit ihrer Tochter Libertel, die Deutschen mit dem Mobilfunker Ben, dessen Netz allerdings nicht das gesamte Land abdecken kann. Deshalb wäre ein Zukauf trotz des Schuldenabbaus für Ricke besonders interessant.