Neujahrsgeflüster: Vodafone setzt zum US-Sprung an

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Telekom-Tochter steht auf dem Einkaufszettel

Der weltweit größte Mobilfunkanbieter, die britische Vodafone, hat Berichte dementiert, wonach ein größerer Einstieg in den US-Markt schon beschlossene Sache sei. Eine Londoner Sonntagszeitung hatte berichtet, Vodafone werde seine 45-prozentige Beteiligung an Verizon Wireless verkaufen, um entweder AT&T Wireless oder aber T-Mobile USA vollständig zu übernehmen.

Vodafone hat eine Verkaufsoption. Man werde diese aber nicht in den kommenden Monaten ausüben, hieß es aus dem Unternehmen. Mit dem Verkauf der Verizon-Anteile könnten nach Einschätzung von Marktbeobachtern derzeit rund 20 Milliarden Dollar eingelöst werden. Vodafone werde “später, im Verlauf des Jahres” überlegen, ob ein Verkauf der Hälfte der Anteile sinnvoll sei, so ein Sprecher.

Bei Vodafone steht ein Personalwechsel an der Management-Spitze hinter den Gerüchten. Zur Mitte des Jahres wird Chris Gent seinen Sessel räumen und für seinen Nachfolger Arun Sarin Platz machen. Da er aus Kalifornien nach London kommt, wird bereits jetzt eifrig darüber diskutiert, wie sich Vodafone wohl auf dem wichtigen US-Markt positionieren könnte. Dort ist das Unternehmen bisher unterrepräsentiert.

Bei der Telekom wäre zwar eine Milliardeneinnahme zur Schuldensenkung mehr als willkommen. Allerdings gilt ein Verkauf der früheren Voicestream als unwahrscheinlich, eher schon eine Beteiligung.

Ex-Telekom-Chef Ron Sommer hatte das Unternehmen vor zwei Jahren für 39 Milliarden Euro eingekauft. Einen Partner will Sommers Nachfolger Kai-Uwe Ricke allerdings nur dann in Erwägung ziehen, wenn T-Mobile USA dabei auf einen aktuellen Wert von mindestens 16 Milliarden Euro taxiert wird.

Die Übernahmegerüchte sorgten zumindest an der Frankfurter Börse schon einmal für aufgehellte Mienen: Die Telekom-Papiere konnten gegen einen starken Abwärtstrend um rund 2,5 Prozent zulegen.