E-Plus ergattert Mobilcoms UMTS-Netz

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Räumungsverkauf rettet Büdelsdorf … vielleicht

Der Mobilfunkbetreiber E-Plus übernimmt nun tatsächlich das UMTS-Netz des schwer angeschlagenen Konkurrenten Mobilcom. Während das Schnäppchen zu einem “niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag” zu haben war, wie die Financial Times Deutschland erfahren haben will, bringt die Einigung das Büdelsdorfer Unternehmen der sehnlich erwarteten Rettung einen entscheidenden Schritt näher.

Jetzt nämlich könnte Mobilcom-Großaktionär France Télécom (FT) der Übernahme der Schulden zustimmen. Erst dann wollen die kreditgebenden Banken frische Mittel über rund 110 Millionen Euro nachschießen, um das Unternehmen mit seinen Arbeitsplätzen zu retten. Nach der Einigung am Donnerstag sollte FT eigentlich eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen – was aber zunächst nicht der Fall war.

Momentan steht Mobilcom am Rand der Zahlungsunfähigkeit, weil am Freitag erneut Kredite über 4,7 Milliarden Euro auslaufen – nach mehrmaliger Verlängerung der Banken.

Mit der Einigung verzichtet E-Plus auf Forderungen über 600 Millionen Euro aus einem Dienstleistungsvertrag, den Mobilcom nicht mehr erfüllen kann. Auch wenn die Tochter der niederländischen KPN jetzt das UMTS-Projekt in der Bundesrepublik alleine stemmen muss, sieht die technische Ausstattung nun doch sehr vielversprechend aus.