Büdelsdorfer Posse: Mobilcom-Schmid ärgert Regierung

EnterpriseMobile

Tausendsassa will nur noch Millionen retten

Der Graben zwischen Mobilcom-Großaktionär Gerhard Schmid und der Bundesregierung ist am Montag noch tiefer geworden. Schmid

warf der Regierung vor, sie respektiere seine Eigentumsrechte nicht.

“Die Forderungen der Regierung kommen einer Enteignung gleich”, ließ Schmid über eine Sprecherin sagen. Sie seien inakzeptabel.

Das Bundeswirtschaftsministerium wolle ihm nicht nur die Konditionen seines Treuhänder-Vertrags diktieren, sondern habe

zudem den von ihm benannten Treuhänder Joachim Dreyer abgelehnt.

Schmid sagte daraufhin eine Teilnahme an einem geplanten Gespräch in Berlin ab, bei dem die Probleme ausgeräumt werden

sollten. Grundsätzlich sei er aber weiterhin gesprächsbereit.

Bei dem Konflikt geht es um die Übertragung von knapp 50 Prozent der Mobilcom-Aktien, die Schmid und seiner Ehefrau gehören. Das war Teil der Abmachungen, die unter der Regie von Wirtschaftsminister Clements Vorgänger Müller getroffen worden

waren.

Doch das Ministerium akzeptiert einen von Schmid bereits unterschriebenen Vertrag nicht, sondern besteht auf einem früheren

Textentwurf, dem Schmid bereits zugestimmt habe. Schmid hingegen geht es um die Sicherung seines Vermögens. Seine Anteile

sind gegenwärtig rund 150 Millionen Euro wert.

Mit dem neuen Konflikt gerät die krisengeschüttelte Mobilcom ein Stück näher an den Abgrund. Solange der Treuhändervertrag nicht unterzeichnet ist, sind auch alle weiteren Schritte zur Rettung des Unternehmens blockiert.

Dazu gehören die weitgehende Entschuldung von Mobilcom durch France Télécom und neue, staatlich abgesicherte Kredite deutscher Banken von rund 100 Millionen Euro. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hatte vor rund sechs Wochen mit einem Kredit über 50 Millionen Euro die Insolvenz von Mobilcom abgewendet.