LinuxWorld: IBM startet Jagd auf Sun-User

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So hat sich Sun die Linux-Migration sicher nicht vorgestellt

Wie hart der Wettbewerb unter den Hardwareanbietern geworden ist, zeigt sich dieser Tage auf der Branchenveranstaltung LinuxWorld in New York: Kaum hat dort Sun Microsystems mit der Vorstellung einer neuen Serverfamilie erste vorsichtige Schritte in Richtung Open-Source-Betriebssystem unternommen, so schlägt der mächtige Gegner IBM zurück: Mit einer gezielten Kampagne will Big Blue Solaris-Anwender zur Migration auf Linux bewegen – und zur eigenen Hardware, versteht sich.

IBM will seinen Vorsprung an Vertrauen nutzen, den das Unternehmen in Open-Source-Kreisen genießt, um Sun die User abspenstig zu machen. Zu diesem Zweck hat der für Linux zuständige Vice-President Rich Michos ein umfangreiches Programm ausgearbeitet. Linux-Experten begleiten künftig die Arbeit von IBM-Verkäufern und analysieren gezielt Sun-Installationen, um mögliche Verbesserungspotenziale auszuloten. Ihr Augenmerk gilt den Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) der Sun-Umgebungen. Wo sie können, schlagen sie eine Alternative auf Basis von IBMs Servern der x-Series und des Betriebssystems Linux vor. In den IBM-Teams arbeiten Systemarchitekten, Datenbank-Spezialisten, Projektmanager und Betriebssystemexperten zusammen.

Beißt ein Sun-Kunde an, so hilft IBM bei der Migration. Die “blauen” Techniker passen die Applikationen auf die IBM-Basis an. Außerdem testen sie die neue Infrastruktur Teil für Teil sowie deren Zusammenwirken. Dass die Zeiten für IT-Kunden hart sind, hat IBM ebenfalls berücksichtigt: Sogar eine Finanzierung können die Sun-Abtrünnigen von ihrem neuen Lieferanten erhalten.