IBM legt bei iSeries nach

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“E-Business on demand” – jetzt auch hier

Der IT-Konzern IBM will mit neuen Funktionen und Preismodellen seine traditionelle AS/400-Serverfamilie aufpeppen. Die Server der iSeries-Generation seien fortan mit “E-Business-on-Demand”-Werkzeugen (Ebod) ausgestattet, heißt es aus dem Unternehmen. Vor allem die Midrange-Kundschaft soll sowohl den neuen Preis als auch die speziellen Leistungen genießen, erhofft sich der Vertrieb bei Big Blue.

Skepsis macht sich dennoch unter den Analysten breit: eine mittelmäßig laufende Produktserie werde nun mit Dumping-Preisen beworben, kritisiert die New York Times unter Berufung auf Branchenkreise. Günstige Minicomputer mit iSeries-Serversoftware seien in der Vergangenheit zu einem Meilenstein in der Verkaufsstrategie bei Servern geworden, hätten aber vor allem Marketingkosten geschluckt.

Allen Unkenrufen zum Trotz dürften mittelständische Unternehmen bei der Produktbeschreibung dennoch aufhorchen. Beispielsweise sind durch die 500 Millionen Dollar schwere Positionierungskampagne von Big Blue mit den Ein- und Zwei-Wege-Servern “i800” und “i810” neue Lösungen auf der Bühne, die als Einstiegsmodelle für kleine und mittelständische Unternehmen positioniert werden. “Das kleinste Modell geht schon für 10 000 Dollar weg und ist dennoch eine wahre Lösungsmaschine,” schwärmt Petra Leissle, seit 01. Januar verantwortlich für den Vertrieb der iSeries in Zentraleuropa.

Die eingebaute On/Off Capacity vermeide Flaschenhälse durch flexibles Zuschalten neuer Kapazitäten, so Leissle. “Das kommt vor allem mittelständischen Firmen bei Inventuren und ähnlichem zugute.” Anwender können hier bei Bedarf im laufenden Betrieb zusätzliche Prozessoren zu- und anschließend auch wieder abschalten, wobei nur die tatsächlich genutzte Kapazität bezahlt werden muss. Permanente Erweiterungen der Kapazität sind ebenfalls möglich, so heißt es.

“Neu ist der Gedanke allerdings nicht,” gibt Peter Stein zu, im technischen Support tätig und seit dem ersten iSeries-Launch 1988 ständiger Begleiter der Server. Er sei aus der Mainframe-Welt entlehnt, nun aber auch softwareseitig angepasst an die “Ebod”-Philisophie. Von den Hardware-Lösungen zeigt er sich allerdings richtig begeistert. “Die kleinste Einheit, die man hier schalten kann, beträgt ein Prozent eines Prozessors”, so Stein im Gespräch mit silicon.de. Das ermögliche das sogenannte Logical Partitioning, also das logische Zuweisen von Recheneinheiten.

Im Softwarebereich gibt es ebenfalls Neuerungen: jeweils für die Standard- und die Enterprise-Bedürfnisse zugeschnitten, wie sich Leissle ausdrückt. Die “Standard Edition” unterstütze dabei alle gängigen Betriebssysteme, Capacity on Demand und die genannte logische Partitionierung. Lizenzen für OS/400 und die hauseigene Datenbank DB2 seien bereits enthalten. Die “Enterprise Edition” biete zusätzlich diverse Middle- und Groupware. Dazu gehören “Websphere”, “Quickplace” und “Sametime” von Lotus, Tivoli-Systems-Management, sowie Schulungsprogramme. Für die Server i870 und i890 sei außerdem eine Prozessor-Freischaltung für Linux mit bis zu zehn Partitionen pro CPU enthalten – für Leissle und IBM inzwischen eine Selbstverständlichkeit.