Infiniband: Einschläfernde Zwischenbilanz eines Hypes

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Jetzt aber wirklich: 2003 geht die Rakete ab

Die Infiniband-Technik hat eine wechselvolle Geschichte – neulich noch für günstigere Geräte angepeilt, soll es jetzt in die Platin-Klasse gehen. Als ‘der Bringer’ unter den schnellen, effizienten Serververbindungen gefeiert und noch vor knapp zwei Jahren mit Orden und Juwelen geschmückt, ließen nacheinander doch auffallend viele Hype-Posaunisten ihre Infiniband-Anstrengungen klammheimlich sterben: Dell, HP, teils auch JNI und wie sie alle heißen. Auch von IBMs Aktivitäten in dieser Richtung ist schon lange nichts mehr zu hören. Zu wenige Kunden folgten dem Ruf.

Dass die vielversprechende Technik aber doch noch zum Zuge kommen kann, dafür will das Industriegremium Infiniband Trade Association (IBTA) sorgen. Dafür aber, so die Fachleute, müsse der Preis für die Technik gehörig nach oben klettern. Hätte man bislang für Infiniband-Adapter einen Preis von 100 Dollar je Port hinlegen müssen, so seien 1000 Dollar je Port erst das richtige Signal.

Für den breiten Massenmarkt sei die Technik schließlich sowieso nicht geeignet. Daher sei der Gedanke, Commodity-Systeme mit Infiniband auszustatten, irreal gewesen. “Sobald sich genug Leute für eine Technik interessieren, steigen die Erwartungen gerne über das hinaus, was die Technik leisten kann – mit Infiniband war es nicht anders”, fasst Charles King, Analyst beim US-Marktforscher Sageza Group, zusammen.

Hersteller und Händler sollten sich auf die Kundengruppe beschränken, die Infiniband tatsächlich brauche und nutze – aber auch bezahlen könne. So tönen auch einige Anwender hierzulande. Die Preise und die Technik wieder aneinander anzugleichen, das sei jetzt die vordringlichste Aufgabe.