Breitbandzugänge sind in Deutschland dünn gesät

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ISDN ist immer noch der “Bringer”

Im europäischen Vergleich belegt Deutschland bei verfügbaren neuen Breitbandzugängen nur einen Platz im Mittelfeld. Bei acht untersuchten Märkten und nur drei Schlusslichtern, die noch nachfolgen, kann man sogar mit Fug und Recht vom hinteren Mittelfeld sprechen.

Die Beobachter von Internetzugangsdaten, Nielsen/Net Ratings, führen dies aber auf die ISDN-Begeisterung hierzulande zurück. ISDN inklusive, verfügen die Surfer in Deutschland demnach über die meisten Hochgeschwindigkeitszugänge. Aber ausschließlich nach den Techniken LAN und DSL gerechnet, liegen nur noch Großbritannien, Irland und Italien hinter Deutschland.

So sollen derzeit 36 Prozent der Internetzugänge hierzulande über ISDN gehen, 44 Prozent über Modem mit 56 KBit/s Übertragungsrate oder weniger, und erst 20 Prozent der Surfer gehen mit breitbandiger Technik ins Netz.

Dieser Anteil, so betonen die Internetbeobachter, habe sich aber im vergangenen Jahr verdreifacht. Und das lässt ihrer Ansicht nach einen positiven Schluss zu auf die Internetnutzung an sich.

“Je schneller die Geschwindigkeit ist, mit der die Nutzer im Internet surfen, desto intensiver wird das Internet genutzt”, so die allgemeingültige Aussage von Benedikt Grundemann-Falkenberg, Internet-Analyst für Zentraleuropa bei Nielsen/Net Ratings. Seine Begründung dafür, dass Breitbandzugänge zu höheren Besucherzahlen führen, beruht auf folgender Beobachtung: Ein Surfer mit einem DSL-Anschluss besucht “fast viermal so viele Seiten im Internet und verbringt die dreifache Zeit wie ein Nutzer mit einem konventionellen 56K-Modem”.