Hochwasser: Auch Datenretter kämpfen mit dem Schlamm

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Hohe Kosten können sich schnell rechnen

Auch im Bereich der Datenverarbeitung hat die Hochwasserkatastrophe in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt für den Mittelstand verheerende Folgen. “Viele Mittelständler haben keine professionellen Sicherungssysteme wie sie große Unternehmen haben”, so der Leiter des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung (IITB), Hartwig Steusloff.

Von Spezialisten angebotene Verfahren zur Datenrettung lägen preislich bei 2000 bis 4000 Euro pro Platte. Steusloff warnte vor zunehmend im Internet erscheinenden Angeboten, weil die Seriosität schwer nachprüfbar sei.

“In Deutschland gibt es seit einigen Jahren Firmen, die sich auf die Datenrettung spezialisiert haben und schätzungsweise 80 bis 85 Prozent der beschädigten Daten rekonstruieren können”, berichtete der Experte. Voraussetzung sei aber ein professionelles Verfahren. Hilfestellung bei der Auswahl könnten Industrie- und Handelskammern oder das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geben.

Laut Steusloff lohnt sich die Rekonstruierung der Daten auch bei einem kleineren Betrieb. “In der Regel arbeiten kleinere Betriebe mit einer Festplatte, so dass die Rekonstruktion 4000 Euro nicht übersteigen dürfte.” So lasse sich für diesen Betrag schnell wieder der alte Bestand von Kundenkartei, Abrechnungen oder Planungen aufsetzen.

Größter Feind der Datenrettung sei die Trockenheit. “Eine verschlammte Platte darf nicht trocknen, sondern muss feucht gehalten werden”, erklärt Steusloff. Anschließend werde sie in einem staubfreien Raum geöffnet und gereinigt.

“Bei diesem Verfahren dürfen keine Fehler gemacht werden, sonst sind die Daten endgültig verloren.” Vor dem Verfahren untersuchten seriöse Unternehmen, ob eine Datenrettung überhaupt möglich ist. Der Kunde erhalte eine Fehlerdiagnose und einen Kostenvoranschlag.

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