Kleiner und besser: die neuen Chips von AMD und Intel

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Zukunftsmusik aus den Prozessor-Laboren

Wer hat den kleinsten? Die Prozessorhersteller Intel und AMD kündigen neue Miniaturisierungsrekorde und Leistungssprünge an.

AMD will die Leistung von Computerprozessoren mit Hilfe einer weiteren Verkleinerung der Transistoren in Zukunft um ein Vielfaches steigern. Der selbstentwickelte Double-Gate-Transistor sei nur zehn Nanometer groß und damit sechsmal kleiner als der kleinste derzeit produzierte Transistor, teilt AMD im kalifornischen Sunnyvale mit.

Damit könne der Intel-Konkurrent nun den kleinsten Double-Gate-Transistor anbieten. Auf einer Chipfläche, auf der heute 100 Millionen Transistoren Platz finden, könnten dadurch in Zukunft eine Milliarde Transistoren untergebracht werden. Die Rechenleistung eines einzelnen Mikroprozessors stiege immens.

AMDs Hauptkonkurrent Intel kündigt derweil eine neue Dual-Core-Recheneinheit an. Der Hersteller will zwei Itanium-Chips zu einem einzigen verschmelzen. Haben die Leiterbahnen auf nur einem Silizium-Stückchen Platz, verbessert sich die Performance.

Die Itanium-Technik ist zwar brandneu, doch sind die Chips mit 400 bis 450 Quadratmillimetern vergleichsweise groß. Je größer aber das Bauteil ist, desto schlechter lässt sich ein Dual-Core-Produkt daraus entwickeln. Die Prozessoren hätten schlichtweg keine praktikable Größe.

Derzeit entsteht Itanium 2 auf der Basis eines 180-Nanometer-Prozesses. In der nächsten Herstellungsgeneration will Intel aber auch 130 Nanometer und dann 90 Nanometer umstellen. Dann könnte der Itanium-Dual-Core-Prozessor eine Größe von rund 300 Quadratmillimetern erreichen.

Wie Mike Fister, bei Intel zuständig für Enterprise Platforms, auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz ankündigte, will der Hersteller Mitte des Jahrzehnts den neuen Itanium-Chip auf den Markt bringen.

Bisher bietet nur IBM Dual-Core-Chips an. Doch auch Sun Microsystems und Hewlett-Packard arbeiten an der Entwicklung.

Auf der Entwicklerkonferenz hielt Intel jedoch noch weitere Überraschungen bereit. So wird sich das Unternehmen an Wasabi Systems beteiligen. Die Firma stellt mit Net-BSD ein Betriebssystem für Embedded-Anwendungen her.

Die Geschäftspartner wollen Storage- und Networking-Lösungen entwickeln, die sich für die Ein- und Ausgabe-Prozessoren der Intel-Produktlinie X-Scale eignen.