HP-Compaq: Erster gemeinsamer Quartalsbericht leuchtet Rot

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Die Hochzeitskosten drücken – allerdings wie erwartet …

Der erste Quartalsbericht nach der Hochzeit von Hewlett-Packard (HP) und Compaq sorgt für gemischte Gefühle. Das Unternehmen meldet im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Nettoverlust von 2,03 Milliarden Euro.

Der Umsatz fiel nach eigenen Angaben von 18,58 Milliarden auf 16,5 Milliarden Dollar. Die roten Zahlen seien hauptsächlich durch die Fusion entstanden, heißt es. Anfang Mai hatte sich HP Compaq für rund 19 Milliarden Dollar einverleibt.

Dennoch: Die vorgelegten Quartalszahlen des Konzerns – erstmals inklusive Compaq – überraschten die Börsianer nicht. Denn vor Sonderposten verzeichnete der Konzern einen Gewinn im Rahmen der Markterwartungen.

Firmenchefin Carly Fiorina verwies auf die Fortschritte bei der Integration beider Unternehmen. “Wenn man die schwierige Wirtschaftslage und die große Integration bedenkt, haben wir uns gut geschlagen”, resümierte die Spitzenmanagerin. Im vierten Quartal erwartet der Konzern einen Umsatz von 17,4 Milliarden Dollar.

Für die Mitarbeiter der neuen HP gibt es trotz der optimistischen Prognose der Spitzenmanagerin keine Entwarnung. Schließlich soll der angekündigte Sparkurs eingehalten werden. Das Unternehmen befinde sich auf dem Weg der Einsparungen von 500 Millionen Dollar im laufenden Jahr, meinte Fiorina. 5,5 Milliarden Dollar sollen sogar bis 2005 gespart werden.

Die Leidtragenden sind nach einer Fusion naturgemäß die Angestellten. Über 4700 Mitarbeiter sehen ihre Arbeitsstätte bereits von außen. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres will Hewlett-Packard das Ziel von insgesamt 10 000 Stellenstreichungen erreicht haben.

Noch dramatischer ist die Prognose der Analysten von Merrill Lynch. “Wir glauben, dass HP mehr als die 15 000 Stellen abbauen wird”, heißt es in einer aktuellen Studie.

Parallel dazu plant HP, seinen IT-Dienstleistungsbereich in Europa durch Zukäufe zu stärken. Dabei haben die Spitzenmanager vor allem Deutschland, Großbritannien und Osteuropa im Visier. Diese Länder seien für Investitionen im Bereich Outsourcing und Consulting interessant, so Francesco Serafini, Europa-Chef von HP Services. Weltweit liegt HP im IT-Dienstleistungssektor auf Platz drei. Marktführer ist IBM Global Services vor EDS.

silicon meint: Die Quartalszahlen sind nicht berauschend, Besseres hat HP aber auch nicht versprochen. Aus diesem Grund wird der Verlust von 2 Milliarden Dollar Carleton Fiorina keine wirklich schlechten Träume bescheren. Zu Denken sollte ihr allerdings der Umsatzrückgang in der PC-Sparte von 19 Prozent geben. Ob sich das allein mit der Konjunkturschwäche begründen lässt …