PC-Lieferant Dell plant Handhelds Marke Eigenbau

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Vielleicht gibt’s die Palm-Konkurrenz schon zu Weihnachten

Der Computerhersteller Dell plant bis zum Jahresende hauseigene Handhelds und Drucker in den Markt zu bringen. Das könnte für einigen Wirbel in der Branche sorgen.

Noch gab das US-Unternehmen keine detaillierten Zeitpläne für eine Lancierung der neuen Produkte bekannt. Doch Firmengründer und Vorstandschef Micheal Dell bestätigt, das es bis Ende dieses Jahres soweit sein wird.

Doch während es nach Insiderangaben bereits Personal Digital Assistants gibt, die fertig und bereit zur Auslieferung sind, sucht der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller noch nach einem Produzenten seiner geplanten Drucker. Erst vor zwei Wochen erteilte der japanische Konzern Canon, der für HP Drucker produziert, den Texanern eine Abfuhr.

Doch sollte Dell die Produktion von Taschencomputern und Druckern auf die Reihe bringen, dürften auch die in diesen Marktsegmenten etablierten Hersteller um ihre Marktanteile fürchten. In seinem Stammgeschäft mit PCs und Servern betreibt Dell einen Direktvertrieb und verzichtet auf ein teures Händlernetz, wie es die Konkurrenz unterhält. Daher kann Dell billiger produzieren und nimmt nun schon seit geraumer Zeit vor allem Hewlett-Packard und IBM Marktanteile ab.

Überträgt Dell das Vertriebskonzept auf Drucker und Taschencomputer, verstärkt sich der Druck auf HP, aber auch auf Palm, dem Marktführer in Sachen Handhelds. Bisherige Geschäftspartner werden zu Wettbewerbern. Denn die Texaner verkaufen bislang Drucker und Kleinstcomputer von Fremdherstellern wie Canon, Palm und Sony.

HP hat bereits reagiert. Bereits im Juli hatte der Hersteller die Lieferungen von Druckern, Scannern und Digitalkameras an Dell gestoppt. Der Konzern interpretiert die Pläne Dells als Provokation. Außerdem ist das Geschäft mit den Druckern für Hpvon zentraler Bedeutung. Mit 70 Prozent ist es der größte Gewinnbringer.

Nach Ansicht von Experten geht es Dell vor allem um die Einnahmen durch Druckerpatronen. Üblicherweise kaufen die Kunden ihre Drucker zwar bei Dell, beziehen die Ersatzpatronen und -kassetten allerdings über den Einzelhandel. Damit entgeht dem Konzern dieses Geschäft.

Mit eigenen Druckern könnte sich das ändern. Die Kunden müssten auch ihre Nachbestellungen bei Dell aufgeben.

Dennoch rechnet Michael Dell nicht damit, dass der Absatz mit den neuen Produkten die Bedeutung des Kerngeschäfts mindern könnte. “Den größten Gewinnzuwachs verspricht sich Dell auch künftig bei Servern und Speichern”, so der Boss.

Und hier sieht es gut aus. In der vergangenen Woche erhöhte der Konzern seine Umsatzprognosen für das laufende Quartal auf 8,9 Milliarden Dollar. Analysten waren bis dahin gemeinhin von 8,56 Milliarden Dollar ausgegangen.

Der positive Ausblick folgte dem guten Ergebnis im vorausgegangenen Vierteljahr. So war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 8,46 Milliarden Dollar gestiegen. Der Gewinn betrug 501 Millionen Dollar.