Frankfurter Chip-Fabrik strategisch auf Sand gebaut

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Dubai darf auch bei Pleite deutsche Technologie kassieren

Das Emirat Dubai, einer der Hauptinvestoren für den Bau der Chip-Fabrik in Frankfurt an der Oder, hat sich durch sein Investment auch im Falle einer Insolvenz des Fabrikbetreibers Communicant Rechte an deutscher Halbleitertechnologie gesichert. Die Gerüchte, die nach einem Bericht des Magazins Focus aufgekommen waren, bestätigte nun der Brandenburger Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns.

Demnach gebe es in einem Anhang der Investment-Verträge eine Klausel, nach welcher der Wüstenstaat “Mitnutzungsrechte an der Technologie von Communicant” auch im Fall eines Scheiterns des 1,3 Milliarden Euro teuren Projekt erhielte. Nach Bekanntwerden der Klausel waren Befürchtungen aufgekommen, dass Dubai absichtlich eine Insolvenz von Communicant provozieren und dennoch von der Technologie profitieren könnte – ohne die Fabrik erst zu finanzieren.

Die Befürchtungen basieren zwar auf gewagte Annahmen, sind aber von der Theorie her nicht ganz unbegründet: Immerhin darf Dubai die von Communicant entwickelte Technologie laut Vertrag auch in einer eigenen Fabrik in Dubai nutzen. Betroffen seien alle Rechte an Erfindungen und Patenten. Junghanns betonte gegenüber der dpa, dass eine solche Klausel durchaus üblich sei. Der Parntner Dubai habe lediglich Vorsorge für den “Fall X” getroffen. Eine Notbremse ist aus deutscher Sicht allerdings nicht eingebaut.