Hynix zahlt hohe Strafzölle als Lehrgeld

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Fast 45 Prozent auf alle Produkte

Das US-Handelsministerium hat Strafzölle in Höhe von 44,71 Prozent auf die Einfuhren von jeglichen Hynix-Produkten erhoben. Damit fielen die Strafzölle wesentlich geringer aus als ursprünglich geplant. In dem Wettbewerbsverfahren von Micron gegen den südkoreanischen Chipherstellers Hynix Mitte Mai war sogar die Rede von bis zu 57 Prozent Zoll auf alle Produkte.
Hynix Semiconductor wird vorgeworfen, mit satten finanziellen Hilfen staatlich kontrollierter Banken den Markt mit Halbleitern zu Dumping-Preisen überflutet zu haben. Hynix selbst schrieb durch seine drastische Preispolitik existenzbedrohende Verluste. Als das Unternehmen vor dem Aus stand, soll der koreanische Staat mit günstigen Krediten für die fehlenden Finanzen eingesprungen sein.
Hynix-Konkurrenten wie Micron Technologies und Infineon beschwerten sich gegen diese staatlichen Hilfen, woraufhin die USA einen Strafzoll gegen Hynix-Produkte ankündigte. Auch in Europa läuft ein Wettbewerbsverfahren gegen die Koreaner. Bereits im April hat die europäische Wettbewerbskommission für Europa-Einfuhren Strafzölle in Höhe von 33 Prozent angekündigt.
Sowohl Hynix als auch der südkoreanische Staat weisen die Vorwürfe der Wettbewerbsbehörde jedoch strikt zurück. Hynix könnte den von den USA angekündigten Strafzöllen noch entgehen, wenn die Internationale Handelskommission entscheiden würde, dass der US-Konkurrent Micron Technology keinen Schaden von den staatlichen Subventionen aus Südkorea davongetragen hatte.