IBM lässt T-Rex-Mainframe los

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Dazu kommt neue, aggressive Software

IBM verpasst seinen Mainframes in dieser Woche eine kräftige Vitaminspritze. Mit dem ‘T-Rex’, der wohl als z990 im Verkaufsprospekt erscheinen wird, will Big Blue den Beweis antreten, dass der Mainframe ganz und gar nicht vom Aussterben bedroht ist.

Den Vorgänger von T-Rex, genannt z900, gibt es seit der Einführung vor drei Jahren mit 16 Prozessoren. Die z990 dagegen startet mit 32 CPUs und soll sich Ende des Jahres auf 48, ein Jahr später sogar auf 64 CPUs steigern. Das zumindest kolportieren die Analysten, die bereits vor der geplanten Enthüllung in den USA von IBM informiert wurden.

Angesichts der schieren Rechenleistung der Power-4-Prozessoren soll es dann auch möglich sein, den Mainframe mit bis zu 15 z/OS-Partitionen zu betreiben, die auf zugewiesene Prozessoren zugreifen dürfen. Später soll dann zunächst eine 30er-, dann eine 60er-Partitionierung möglich sein, heißt es.

Den erwarteten Mainframe-Schwung will IBM offenbar auch dazu nutzen, Linux auf den großen Maschinen zu etablieren. Der Business-Distributor Redhat hat für den Herbst eine neue Version seines Enterprise Linux angekündigt, mit dem einige Hürden beseitigt oder heruntergesetzt werden könnten.

Überhaupt kündigt sich auf dem IBM-Mainframe eine Software-Evolution an. Denn überteuerte Softwareprodukte von konkurrierenden Herstellern waren es, in den Augen von Big Blue, die ein weiteres Wachstum des Mainframe-Markts verhindert hat. Neue Management-Tools von IBM selbst sollen den Umgang mit dem Mainframe erleichtern, Kosten senken und Anbieter wie Computer Associates, Compuware oder BMC aus dem Rennen werfen.

Außerdem liefert IBM die Zertifizierung für Java 2 Enterprise Edition (J2EE) in der Version 1.3 sowie für die Standards für Web Services, die bereits Bestandteil von J2EE in der Version 1.4 sind: Soap (Simple Object Access Protocol) und UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) sollten also keine Probleme aufwerfen.

Und schließlich baut IBM auch noch die Features ein, mit denen sich Rechenleistung nach Bedarf hinzuschalten lässt – abgerechnet wird dann nach ‘Verbrauch’. Genauso wie in der p-Series lässt sich diese Möglichkeit aber auch deaktivieren.

Auf der einen Seite kämpft IBM gegen den Abgesang auf den Unix-Mainframe, weil Linux und sogar Windows-Server immer potenter werden und ja auch ehemalige Konkurrenten wie Amdahl und Hitachi das Handtuch geworfen haben. Andererseits hat Unisys für die kommende Woche ebenfalls einen neuen Mainframe angekündigt, der sich ausgerechnet auf die Bereitstellung von Web Services eignen soll – ein Thema, mit dem sich IBM besonders hervortun will.