Intels Centrino läßt Linux doch nicht im Regen stehen

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Und AMD wettert wieder mal gegen Goliath

Entgegen ersten Berichten will Intel jetzt seine Mobil-CPU-Plattform Centrino doch mit Treibern für Linux ausstatten. Aus der Open-Source-Gemeinde waren in den vergangenen Tagen bittere Kommentare zu hören, der Weltmarktführer für Halbleiter biedere sich mit einer Strategie gegen Linux wohl bei Microsoft an.

Wie auf der CeBIT zu sehen war, treibt Microsoft sein Konzept der Tablet-PCs mit aller Kraft voran. Allerdings ist der Softwarehersteller hier auf die Kooperationsbereitschaft der Hardware-Lieferanten mehr denn je angewiesen.

Gegen die Vermutung einer noch engeren ‘Wintel’-Verschwörung spricht allerdings die Tatsache, dass sich Intel schon seit langem beim Linux-Distributor Redhat engagiert. Nun heißt es, die Unterstützung für Linux auf dem Centrino-Laptop sei schon fertig, werde aber noch getestet. Wann Centrino für das Open-Source-OS ausgeliefert werde, sei abhängig von der Nachfrage, so ein Intel-Sprecher.

Intel hatte Centrino auf der CeBIT offiziell vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Pentium M, der mit geringerem Energieverbrauch für den Laptop-Einsatz nochmals optimiert wurde, einen neuen Chipsatz hat sowie eine Erweiterung für den drahtlosen Datenaustausch.

Sollte sich Intel aber doch von Linux entfernen, käme das dem kleineren Konkurrenten AMD nur gelegen. Denn die Kalifornier hoffen vor allem auf Nachfrage von Linux-Anwendern, wenn AMDs 64-Bit Opteron auf den Markt kommt.

Nachdem es etwas still geworden ist um die Konkurrenz zwischen Intel und AMD, versucht der Kleinere der beiden nun die Debatten wieder etwas anzuheizen. Auf der eigenen Website echauffiert sich AMD, Intels neuer Chipsatz 845G/GL mit seiner ‘Extreme Graphics’-Erweiterung habe gravierende Probleme mit weit verbreiteten Anwendungen. Das Problem führe mitunter auch zum Absturz von Rechnern.

Leider wollen die Tester bei AMD ihre Vorwürfe gegen Intel nicht ausführlich belegen und nennen die Applikationen nicht, mit denen es Probleme geben soll.

Statt dessen heißt es, wenn Intel schon die heutigen Anwendungen nicht beherrsche, “wie wollen sie es dann in Zukunft hinbekommen?” Branchenbeobachter sehen darin den Versuch von AMD, Intel im Bereich der Grafikanwender zu diskreditieren. Schließlich arbeitet der Hersteller enger mit Nvidia zusammen und Nvidia wiederum versucht sich im Grafik.

Währenddessen stellt Intel eine neue Baureihe von Prozessoren für Taschencomputer, Personal Digital Assistants (PDAs), vor. Auch hier stellt der Konzern die kleinere Bauweise und den niedrigeren Energiebedarf heraus. Schließlich seien die Anforderungen mit drahtlosem Datenaustausch auch für den PDA, Farbdisplays und integrierten Kameras ständig gestiegen.

Den PXA 263 baut Intel inzwischen sogar als ‘Stack’ aus Speicher und Prozessor. Damit könnte Platz eingespart werden, der neue Funktionen wie MPEG4-Videokodierung und Spracherkennung erlaube.