Wegen Irak: Prognosen für Halbleitermarkt werden nach unten korrigiert

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Die Angst vor dem Krieg macht Marktforscher pessimistisch

Trotz der schweren Absatzkrise auf dem Halbleitermarkt in den letzten Jahren könnte die Erholung äußerst schleppend vonstatten gehen, wenn man die jüngsten Analysen der Marktforscher glaubt. Der Grund dafür scheinen die momentan nicht absehbaren Folgen eines Irak-Krieges zu sein.

Rein qualitativ stimmen die Prognosen der Experten soweit überein, dass sie aufgrund von zwei sehr mageren Jahren in Folge einiges an Nachholbedarf feststellen – nicht nur auf dem Halbleitermarkt. Durchschnittlich gehen die Schätzungen von einem Marktwachstum von 10 bis 15 Prozent aus. Dataquest ist dabei der konservativste mit knapp 9 Prozent, der Industrieverband SIA sieht Potenzial für 20 Prozent. Noch optimistischer zeigt sich die Semico Research mit 23 Prozent.

Allerdings gehen alle Prognosen von einem Anziehen der Nachfrage erst in der zweiten Jahreshälfte aus, und die Zeit bis dahin steckt voll Ungewissheit und Risiken. Nicht zuletzt deswegen ist die Prognose von Semico Research eine nach unten korrigierte. Wie Jim Feldhan, Chef von Semico, gegenüber Reuters äußerte, begründet sich die Vorsicht auf eine mögliche Ölknappheit, die ungewisse Dauer eines Krieges Im Irak und die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen.

Das bringe die Kunden der Halbleiter- und der IT-Industrie dazu, längst fällige Investitionsentscheidungen noch weiter hinaus zu zögern. Momentan haben die Chip-Hersteller mit einem Überangebot an Bausteinen zu kämpfen. Während die Stückzahlen im letzten Jahr ein Wachstum von 14,3 Prozent erfahren haben, war der Umsatz mit nur 1,3 Prozent Wachstum eher stagnierend.