Paukenschlag: Intel präsentiert Bios-Nachfolger EFI

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Nichts überlebt so lange wie ein Provisorium

“Das Bios wird sterben.” Das ist eine der interessantesten Botschaften von Intels Developer Forum (IDF) in San Jose. Denn das ‘Basic Input/Output System’ sei eine der ältesten Erblasten aus 20 Jahren PC-Geschichte, die neue Hard- und Software-Ansätze immer mehr behindere, so Intel-Entwickler Mark Doran.

Intel arbeitet deshalb an einem Bios-Nachfolger, dem ‘Extensible Firmware Interface’, kurz EFI. Statt nur einer handvoll starrer Software-Routinen, die die Hardware des PCs beim Booten verbinden und das OS anschieben, soll EFI als kleines, eigenständiges Betriebssystem deutlich mehr Möglichkeiten bieten.

Schließlich sei es ein Anachronismus, wenn Entwickler sich heute noch mit Assembler herumschlagen müssten, wenn sie sich an das Bios heranwagen, meint Doran. EFI dagegen ist in C geschrieben und soll mit gängigen Entwicklungstools zu bearbeiten sein.

Weil EFI auch noch eigene Netzwerk-Funktionalität mitbringt, ist eine Ferndiagnose von Systemen möglich, deren Betriebssysteme überhaupt nicht mehr verfügbar sind, verspricht Intel. Auch Auto-Konfigurationsroutinen ließen sich so schreiben und implementieren.

Schließlich könnten Entwickler von Anwendungen zum Digital Rights Management oder für Sicherheitsvorkehrungen künftig schon auf der EFI-Ebene vor dem Betriebssystem ansetzen, was bisher nicht möglich war. Wichtigste Neuerung wäre ein wesentlich höherer Kontrollumfang über die Hardware der Systeme.

Dem Anwender dürfte ein Extensible Firmware Interface vor allem dadurch auffallen, dass es auch hoch auflösende Grafik auf das Display werfen kann – im Gegensatz zu den klobigen Schriften, mit denen das Bios seinen Anwender beim Hochfahren des PC hinhält.

EFI soll aber auch so tun können, als ob es ein Bios wäre. Schließlich müsse für einen sanften Umstieg gesorgt sein, heißt es bei Intel. Das Interface werde also zunächst einmal auf dem Bios aufsetzen und sich die Prozesskontrolle aneignen, sobald es nötig wird.