High-Tech-Ausrüstern gehen Milliarden flöten

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Grauer Markt wird fett

Etwa 5 Milliarden Dollar der möglichen Gewinne verschwinden jedes Jahr bei den Herstellern von High-Tech-Komponenten. Diese Summe fehle bei der Berechnung der jährlichen Gewinne, weil Aktienhändler und Broker Nebengeschäfte mit den Gütern der von ihnen betreuten Unternehmen machten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Marktforscher von KPMG.

Demnach entstehe durch den Verkauf von Markenware an Dritte eine Art “grauer Markt”. Im Unterschied zum Schwarzmarkt, der strikt illegal zu bewerten sei, gehe der Begriff schon darauf ein, dass “wir es hier mit einer rechtlichen Grauzone” zu tun haben. In der Studie heißt es weiter: “Oft haben Händler, die Informationen aus erster Hand nutzen, einen Fuß in beiden Welten, der des legalen Handels und im grauen Markt.”

Praktisch sehe eine solche Tätigkeit so aus: Ein Händler erhalte den Auftrag, 1000 Stück einer Marken-Hardware zu einem um 25 Prozent niedrigeren Preis an einen autorisierten Fachhändler im Rahmen eines Spezialprogramms zu senden. Statt dies zu befolgen, verkauften aber manche eine gewisse Stückzahl, oft bis zu einem Viertel der Ladung zu einem etwas über dem Vorzugspreis liegenden Preis an einen Dritten, meist auch einen autorisierten Händler.

Dieser habe nun die Wahl, die erhaltene Ware zu seinem Einkaufspreis und damit deutlich unter dem Preis der Konkurrenz zu verkaufen, da solche Fachhändler-Spezialprogramme oft nur eine Sonderprämie darstellten und daher in aller Regel nicht an die Endkunden weitergegeben würden.

KPMG weist auf diese Diskrepanz hin, betont aber gleichzeitig, dass “sich beide Märkte, der graue wie der legale, eigentlich gegenseitig bedingen”. Für den Endverbraucher habe der halblegale allerdings neben den günstigeren Preisen einen Haken: “Oft kauft man hier Ware ohne Garantievereinbarung.”