N1 klammert die neuen Sun-Blades

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Zum Halali auf HP geblasen

Mit einem neuen “Schlüsselprodukt” will der Netzwerk- und Computerkonzern Sun alte Produktlinien ablösen und dabei gleichzeitig die Blade-Platzhirsche wie Hewlett-Packard (HP) bedrohen und – die N1-Strategie ins Rollen bringen. Blade-Server schließlich, so argumentiert der Konzern mithilfe der US-Marktforscher von IT Centrix, sind “das ideale IT-Entlastungswerkzeug bei hohen Performance-Ansprüchen und dem Zwang zu niedrigen Kosten”.

Mit dem Blade-Server B1600 steht nun die erste greifbare Komplettlösung von Sun in den Regalen, die auch noch N1-fähige Software an Bord hat und deren Speicherkomponenten ebenfalls ein weiterer Schritt auf dem “Weg zum Rechenzentrum der Zukunft” darstellen sollen.

So präsentierten Sun-Manager zeitgleich mit CEO Scott McNealy auf Basis der neuen Sun Fire B1600 eine ganze Produktlinie für den Tier 0 und Tier 1. Dazu gehört etwa eine integrierte Blade Computing-Plattform mit Linux und Solaris sowie SPARC und x86-Blade-Architekturen, SSL-Proxy, Systemkontrollern und N1-Software, sowie NAS-Storage-Funktionen als Erweiterung beispielsweise der B1600. Das Sun StorEdge 3510 FC Array soll als Einstiegs-Storage im Workgroup-Bereich mit Enterprise-Funktionen und hoher Speicherdichte aufwarten.

“Wir verändern heute nachhaltig das Profil von zukünftigen IT-Landschaften”, sagt der Chairman, President und CEO von Sun. “Kunden müssen sowohl die Anschaffungs- als auch die operativen Kosten senken. Die Veränderung in Entwicklung, Markteinführung und Support unserer Produkte hin zu einer einheitlichen Computing Plattform ermöglicht es uns, eine hoch effiziente und kostenoptimierte IT-Infrastruktur bereit zu stellen.”

Ingo Frobenius, Produktmanager für Midrange und Highend-Server bei Sun Deutschland, erwähnt im Gespräch mit silicon.de weitere Details zum neuen Flaggschiff V1280: “Zunächst haben wir, um die Flexibilität und Kapazität unserer Server zu verbessern aus den Erfahrungen mit dem Vorgängerprodukt E450 den Sun Fire V880 gebaut – dann folgte mit der V480 ein rackoptimiertes, Ultra Sparc III-basiertes System mit 4 CPUs – die Essenz dieser Weiterentwicklungen haben die Kunden jetzt mit der Sun Fire V1280 vor sich.”

Der Nachfolger des Sun Fire 3800, welcher nach Aussagen des Produktmanagers heute seine endgültige Lebensfrist gesetzt bekommt, verfügt über Hot-Swap-fähige Komponenten wie CPUs, Lüfter, Netzteile und Disks, die den Austausch im laufenden Betrieb ermöglichen. Besonders auf die Zielgruppe mittelständischer Unternehmen sei einerseits, so Frobenius, das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgelegt. Andererseits gebe auch die Unterstützung von mixed CPUs ganz andere Möglichkeiten der Erweiterbarkeit im Wachstumsfall.

Mit 4 CPUs bestückt und einer 8 GB RAM-Festplatte kostet die Einstiegsversion laut Listenpreis beispielsweise 88 000 Euro – sie befinde sich damit “als Enterprise-Server in der Wintel-Preisklasse”. Maximal 12 CPUs sind einbaubar und erhöhen den Preis bei 96 GB RAM auf etwa 302 000 Euro.

Speziell für die Abmessungen in Telekommunikations-Datenzentren optimiert sei die Größe. Die dort üblichen 24-Zoll-Racks nehmen die 22 Zoll tiefe Maschine demnach problemlos auf. Softwareseitig verspricht die Solaris-Umgebung eine gute Binärkompatibilität.

Die V1280 liefert außerdem 96 GByte Speicherkapazität in einem einzelnen Zwölfwege-System – nach Aussagen von Sun in der Industrie unerreicht. Durch eine kontinuierliche “sustained”, also stabil verfügbare, Bandbreite von 9,6 GB pro Sekunde soll den reibungslosen Betrieb gewährleisten. Der Server unterstütze außerdem natürlich die Sun Cluster 3.0 Konfigurationen und verfüge über eine automatische Fehlerprüfung und -behebung.