Billigheimer krempeln PC-Markt um

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Die Verbraucher machen vor, was die Unternehmen schaffen sollen

Der deutsche PC-Markt ist in Bewegung gekommen. Die Marktforscher von Gartner Dataquest stellen für das abgelaufene Quartal ein Wachstum von sage und schreibe 7,1 Prozent im Quartalsvergleich mit 2001 fest. Damit habe die schwer gebeutelte Branche zumindest das Niveau des Jahres 2000 wieder erreicht, heißt es in einer aktuellen Studie.

Im direkten Vergleich der Jahre 2001 und 2002 sei ein Plus von 2,6 Prozent festzustellen, heißt es. Aber noch eine Überraschung haben die Marktforscher auf der Pfanne: Zum ersten Mal übernimmt der Discounter Medion die Marktführerschaft im bundesdeutschen PC-Geschäft. Der Lieferant von Aldi & Co ist damit um 61,2 Prozent gewachsen und kann jetzt einen Marktanteil von 21,5 Prozent für sich beanspruchen.

Auf Platz Zwei verwiesen wurde Fujitsu-Siemens: Ein Minus von 8,9 Prozent schlägt sich in einem Marktanteil von nur noch 16,9 Prozent nieder. Hewlett-Packard (einschließlich Compaq-Produkten) hat ein Drittel seines Geschäfts eingebüßt und kommt auf 8,8 Prozent. Zum einen seien hier die Zahlen ein Jahr zuvor außerordentlich gut gewesen, zum anderen will Gartner hier aber auch “andauernde Probleme im organisatorischen Bereich” feststellen. Dell und Acer können sich auf jeweils knapp 6 Prozent verbessern.

Deutliche Unterschiede zeigen sich in den verschiedenen Marktsegmenten: Während der Consumer-Markt um 14 Prozent zulegen konnte und damit Medion nach vorne katapultierte, ist im B2B-Bereich nur ein magerer Zuwachs von gerade einmal 0,8 Prozent zu verzeichnen. Ursache seien Preisoffensiven, mit denen rund 300 000 zu Niedrigpreisen abgesetzt wurden.

Die konjunkturbedingte Talsohle im Unternehmensbereich werde voraussichtlich nicht bis in das dritte oder vierte Quartal 2003 anhalten, heißt es weiter. Immerhin hätten sich die PC-Lagerbestände inzwischen normalisiert.