Infineon beendet Promos-Experiment

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Einstweilige Verfügung – und tschüss!

Der Münchner Chiphersteller Infineon hat in einem schon seit einigen Monaten schwelenden Streit mit einem taiwanesischen Partner die Oberhand gewonnen. Das zuständige taiwanesische Bezirksgericht hat per einstweiliger Verfügung die Infineon-Manager wieder in ihre Posten im Aufsichtsrat von Promos eingesetzt.

Angela Shih war als Supervisor, Michael Buckermann als Mitglied des Board of Directors in einer außerordentlichen Hauptversammlung von Promos abgewählt worden. Dieser Schritt wurde nun faktisch für juristisch anfechtbar erklärt.

Doch damit nicht genug: Infineon kündigt nun mit sofortiger Wirkung den Technologie-Lizenzvertrag mit dem Ex-Partner, der bislang auf Basis von Infineon-Technik Produkte fertigte.

Als Kündigungsgründe gibt die Siemens-Tochter in einer Mitteilung an, dass Promos mit der “Lieferung sämtlicher mit Infineon-Technologie hergestellter Produkte an Mosel Vitelic sowie die Zerstörung des Vertrauensverhältnisses zwischen den Partnern” einen schwerwiegende Vertragsbruch begangen habe.

Infineon und Mosel Vitelic hatten 1996 das Joint Venture Promos gegründet, welches mit Infineon-Technologie hergestellte DRAM-Produkte an Infineon lieferte. Infineon wiederum belieferte Mosel Vitelic mit DRAM-Produkten. Diese Partnerschaft ist nun beendet. Ob die Infineon-Manager ihre Arbeit tatsächlich, wie in der Verfügung des Gerichts erwirkt, wieder aufnehmen oder auch diese Verbindung kappen werden, ist derzeit nicht bekannt. Der Ausgang des gesamten Verfahrens wird hier eine Entscheidung bringen.

Allerdings gibt es neben den von den Münchnern angeführten noch andere Gründe für das Ende der Partnerschaft: Infineon hatte erst kürzlich und nebenbei ein enges Bündnis mit Mosels Konkurrenten Nanya geschlossen. Dieses Unternehmen mit Sitz in Shanghai, so wird gemunkelt, produziere deutlich billiger.