Preissenkungen helfen Infineon aus dem Sumpf

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Aufwärts geht´s mit den Quartalszahlen

Der Chiphersteller Infineon hat sich in der Abwärtsbewegung noch einmal gebremst. Die Quartalszahlen für das vergangene erste Quartal zeigen einen geringeren Verlust als noch im Vergleichszeitraum. Waren es letztes Jahr noch 42,6 Millionen Dollar Verlust, so sind es derzeit 40 Millionen Dollar in Rot.

Grund für die relativ gute Nachricht, so heißt es aus München, seien die größeren Absatzzahlen, die durch niedrigere Chippreise entstanden seien, sowie die ersten Erfolge der Restrukturierung. Neue Produktionstechnik und Partnerschaften seien die Erfolgsgeheimnisse gewesen, so der Lieferant für Kunden wie Hewlett-Packard und Dell. Sobald der Cashflow stabil ist, sei sogar “ein umfangreiches IT-Projekt” geplant. Einige hundert Millionen Euro sollen dafür nach Informationen des Industrieanalysten Theo Kitz vom Privatbankhaus Merck Finck & Co bereit gestellt werden.

Ulrich Schumacher, CEO der Siemens-Tochter, sieht aber vernünftigerweise keinen Grund zur Euphorie: “Auch wenn es erste Anzeichen für einen positiven Markttrend gibt, ist es noch zu früh, um von einer nachhaltigen Verbesserung des Gesamtmarktes zu sprechen.”

Schumacher weiter: “Wir sehen der Zukunft mit vorsichtigem Optimismus entgegen und erwarten eine weiterhin stabile Nachfrageentwicklung in den meisten Segmenten. Doch wir gehen auch davon aus, dass in unseren Geschäftsbereichen drahtgebundene Kommunikation und Sichere Mobile Lösungen die schwierigen Marktbedingungen mit kontinuierlichem Preisdruck während der ersten Hälfte dieses Kalenderjahres noch anhalten werden.”

Zu einer weiteren Stabilisierung soll auch ein gründlicher Umbau der Konzernzentrale beitragen. Erste Zeichen dafür gab es schon im Herbst letzten Jahres, als Mitarbeiter des in Frankfurter / Oder gelegenen Werkes ihre Verträge mit dem Verweis auf stärkerer Auslandsproduktion nicht verlängert bekamen, in einzelnen Fällen gar bereits unterschriebene Verträge vom Management für null und nichtig erklärt wurden.

Ulrich Schumacher ließ jetzt die Katze aus dem Sack: Die einzelnen Geschäftsbereiche des Münchner Unternehmens sollten künftig geografisch getrennt von der Zentrale, zum Teil sogar im Ausland, geführt werden. Um die Kosten zu drücken, will Schumacher zudem verstärkt Funktionen der Konzernverwaltung in Länder mit niedrigeren Lohnkosten verlagern. Dass die Buchhaltung künftig in Portugal erledigt wird, ist bereits beschlossen. Die Veränderungen sollen 2007 abgeschlossen sein.

Für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2003 geht Infineon aber allen vorsichtigen Äußerungen der weltweiten Marktteilnehmer zum Trotz von einer Verbesserung der allgemeinen Marktbedingungen aus. Analysten erwarten im Jahr 2003 einen weiteren Rückgang von 10 Prozent bei den Investitionen für die globale drahtgebundene Telekommunikationsinfrastruktur, nachdem der Rückgang der Investitionen bereits im Jahr 2002 bei etwa 37 Prozent lag.

Für den Glasfaserbereich geht die Sonne aber lediglich im Osten auf: Die Unternehmen und Netzbetreiber seien bei den Investitionen für die Netzwerkausrüstung weiterhin sehr zurückhaltend – bis auf die potentiellen Kunden in Asien und Japan. Infineon hofft auf die angekündigte zunehmende Dynamik im Geschäft mit DSL-Lösungen. Besonders in den asiatisch-pazifischen Märkten prognostizieren die Experten eine erhöhte Nachfrage für Breitband-Zugangslösungen (ADSL, VDSL). Das Unternehmen werde daher seine entsprechenden Glasfaserprodukte und Ausrüstung für optische Netzwerke hier losschlagen können.