Infineon verkauft “Siemens-Altlast” aus Glasfaserbereich

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Rückzug aus Fertigungsfeldern galoppiert

Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon nimmt nach den vollzogenen Entlassungswellen wieder am Spiel des Kaufens und Verkaufens teil: Den Bereich für die Fertigung und Entwicklung von optischen Spezialkomponenten für den Carrier-Kundenkreis (Arrayed Waveguide Gratings, AWG) will das Unternehmen nach Zeitungsberichten an das israelische Start-up Optun abgeben.

Gleichzeitig beteilige sich Infineon an der zweiten Finanzierungsrunde für das Unternehmen mit einem “einstelligen Millionenbetrag”. Für Optun bedeutet die Übernahme einen einjährigen Integrationsprozess – und etwa 25 neue Mitarbeiter, die in München sitzen.

Der verkaufte Bereich gilt als Altlast aus dem Infineon-Mutterkonzern Siemens. Denn Marktreife, so erklärte Mark Tyndall, Vice President Geschäftsentwicklung im Bereich für drahtgebundene Kommunikationsprodukte, hätten die Komponenten schließlich nie erreicht. “Wir rechnen nicht damit, dass die AWG-Abteilung vor dem Jahr 2004 deutlich positive Zahlen schreiben wird”, so Tyndall gegenüber der US-Presse.

Infineon selbst scheint sich noch aus anderen Bereichen zurückzuziehen. So will die Financial Times Deutschland aus einem internen Papier des Konzerns erfahren haben, dass sich Infineon allgemein im Fertigungsbereich weniger engagieren wolle.

Eine Kürzung der internen Investitionen um etwa 30 Millionen Dollar gehe Hand in Hand mit einer Neuausrichtung. Infineon wolle vom Produzenten von Halbleitertechnik zum Lösungsanbieter in diesem Bereich mutieren und dadurch dem Marktführer ST Microelectronics dichter auf den Fersen bleiben.