Neue Services revolutionieren mobile Endgeräte

Management

Festnetz bleibt in Geschäftskundenhand – Mobilfunk zieht Privatanwender an

Unabhängig davon, wann UMTS tatsächlich greifbar ist, werden die dafür entwickelten Endgeräte die heutige Art zu telefonieren wohl völlig umkrempeln. In den USA hoffen die Analysten sogar, dass die neuen Endgeräte mit Farbbildschirmen und eingebauten Kameras das IT-Weihnachtsgeschäft retten werden. In Europa sind die Experten zwar weit weniger euphorisch; sie rechnen aber damit, dass die Innovationen auf der Geräteseite neue Services vorantreiben können.

“Wir beobachten immer wieder, dass die durchschlagendsten Neuentwicklungen von der Geräteseite her kamen”, so Michelle de Lussenet, Analystin für Mobilfunk und mobile Endgeräte beim IT-Marktforschungsunternehmen Forrester im Gespräch mit silicon.de: “Aber das gilt weniger für GSM-Funktionen – die Anwender wollen etwas Neues.”

Dieses “Neue”, so de Lussenet, sei beispielsweise bei E-Plus zu finden. Hier habe der Anbieter mit dem I-Mode-Dienst eine Geräte- und Diensterevolution vollzogen: “Im Vergleich zu unseren Telefoniergewohnheiten von vor fünf Jahren gibt es entscheidende Entwicklungen – unsere Mobiltelefone und Endgeräte sehen nicht einmal mehr aus wie klassische Telefone.” Vielmehr erinnerten sie an digitale Armbanduhren, so die Analystin.

Allerdings sieht sie für die Anbieter nicht ganz so rosig wie ihre Kollegen in den USA: “Im Geschäftskundenumfeld bekommen sie natürlich mehr Return per User (RPU), andererseits werden die Massenanwender im Mobilbereich auf absehbare Zeit die stärkste Kundengruppe bleiben – diesen Knoten gilt es in den nächsten Jahren zu entwirren.” Und dabei komme den Herstellern ihr starker Fokus auf die Dienste entgegen. “Die Applikationen sind nun mal der wichtigste Treiber in diesem Geschäft”, so de Lussenet.

Auf die Frage, wann denn der Markt für mobile Dienste endlich wieder etwas anziehen wird, antwortet sie aber nur zögernd: “Das wird weder dieses Jahr, noch im nächsten Jahr passieren.” Denn gerade bei UMTS gebe es ja die inzwischen altbekannten Hürden zu überwinden: “Roll-out, Interoperabilität der Mobilfunkstandards und das Problem mit dem Generationenwechsel – das alles gilt es stabil und sauber abzuwickeln, bei hohen Kosten und ungewisser Marktakzeptanz.”

Für de Lussenet ist die “Millionen-Dollar-Frage” nach dem Gewinn bei UMTS nicht einfach zu beantworten: “Das alles ist weniger eine Frage der Zeit, als des richtigen Zeitpunkts – und der wird da sein, wenn die Hersteller und Anbieter marktfähige Lösungen bereit halten. Das sehe ich nicht vor 2007.”

Dann könnten ihrer Ansicht nach auch die Endgeräte, auf die die US-Analysten ihre Hoffnungen setzen, ein Plätzchen finden – als kleine Helfer für den mobilen Internetzugang, welche die Lücke zwischen Telefon und PC schließen können.