Elite-Uni entschuldigt Daten-Einbruch bei der Konkurrenz

Management

Wenn die Technik ins Spiel kommt, versagt das Ehrgefühl

Die amerikanische Ivy-League-Universität Princeton hat auf den spektakulären Spionagefall im eigenen Management nur mit kleineren personellen Sanktionen reagiert. Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter der studentischen Zulassungsstelle die Datenbank der konkurrierenden Universität Yale angezapft hatte.

Damit sollten diejenigen Studienanfänger ausfindig gemacht werden, die aufgrund ihrer besonders hohen Begabung von Yale aufgenommen werden sollten. Ihnen hätte Princeton dann gezielt ein besseres Stipendienangebot unterbreiten können.

Der Mitarbeiter der Studentenkanzlei hatte für seinen Datenstreifzug bei der Konkurrenz die Geburtsdaten und die Sozialversicherungsnummern der angehenden Studenten verwendet. Er wurde auf einen anderen Posten versetzt. Sein Einbruch war allerdings nur deshalb bekannt geworden, weil er im Gespräch mit einem Yale-Kollegen die mangelhafte Absicherung der Online-Datenbank diskutierte.

“Wir haben daraus gelernt, dass selbst Mitarbeiter, die sich immer an unsere hohen Grundsätze gehalten haben, genau diese Grundsätze nicht beachten, wenn Technik im Spiel ist”, erklärte eine Princeton-Sprecherin das Ergebnis der internen Untersuchungen. Die Zulassungsstelle sei außerdem intern als nicht besonders aufgeschlossen gegenüber technischen Neuerungen bekannt. Die Universität Yale äußerte sich erfreut über die erfolgreiche Aufklärungsarbeit in Princeton.