Personalchefs von elektronischen Bewerbungen überrumpelt

Management

Manche muss man eben zum Sparen tragen

Trotz erheblicher Einsparmöglichkeiten nutzen nur wenige deutsche Unternehmen Internet-Stellenmärkte zur Personalsuche. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der Universität Frankfurt/Main.

Wie Professor Wolfgang König bei der Vorstellung der Studie sagte, könnten mit der vereinfachten und schnelleren Kandidatenauswahl bei Internet-Bewerbungen rund 28 Prozent der Kosten eingespart werden. Dennoch werde das Bewerbermanagement online bisher nur von wenigen großen Firmen konsequent umgesetzt.

Die Studie Recruiting Trends 2003 wurde von der Universität gemeinsam mit dem Internet-Stellenmarkt Monster Deutschland und dessen Muttergesellschaft, dem Personaldienstleister TMP Worldwide, durchgeführt. Auf den Fragebogen, der nach Angaben Königs an die 1000 größten Unternehmen Deutschlands geschickt wurde, antworteten 196 Firmen.

Die meisten von ihnen nutzten zwar die eigene Homepage zur Anzeige offener Stellen, doch der größte Teil begnüge sich mit einer einfachen Liste. Lediglich 42 Prozent der befragten Unternehmen betrieben eine eigene Stellenbörse im Internet, sagte König.

Auch als Bewerbungskanal hat sich das Internet der Studie zufolge noch nicht durchgesetzt. Nur 58 Prozent der Firmen, die einen Internet-Stellenmarkt nutzen, bieten Bewerbern Online-Formulare zum Einreichen ihrer Bewerbung an. Die meisten Arbeitnehmer, die sich im Internet um eine neue Stelle bemühen, schickten ihre Unterlagen aber dennoch per E-Mail.

“Damit machen es Bewerber dem möglichen künftigen Arbeitgeber allerdings unnötig schwer”, urteilt Falk von Westarp, Monster-Marketing-Direktor. Bewerbungsunterlagen, die strukturiert über die Firmen-Homepage oder einen Online-Stellenmarkt ins Unternehmen kommen, ließen sich deutlich schneller auswerten.

In Zukunft, unterstrich Hans Jorda von TMP, werde der Internet-Stellenmarkt erheblich wachsen, da die Firmen effizienter und schneller Angebote aussortieren könnten. Schon heute biete Monster allein in Deutschland mehr als 260 000 Lebensläufe von Stellensuchenden an, aus denen Firmen gezielt neue Mitarbeiter auswählen könnten. Allerdings werde es auf absehbare Zeit bei einer Kombination aus Stellenanzeigen in Zeitungen, im Internet und anderen Wegen der Personalgewinnung, etwa über Personalberatung, bleiben.