Telegate zerrt DeTeMedien vor den Kadi

Management

Außergerichtliche Einigung nicht in Sicht

Die Münchener Telegate AG hat jetzt gegen die DeTeMedien beim Landgericht Mannheim Klage eingereicht. Der Vorwurf: Die Deutsche Telekom-Tochtergesellschaft DeTeMedien und ihre 40 Partnerverlage bieten Telefonteilnehmerdaten im Internet kostenlos an, während Anbieter von Telefonauskünften für dieselben Daten bei jeder Nutzung 14 Cent an die Telekom bezahlen müssen.

Nachdem das Bundeskartellamt bereits im März dieses Jahres ein offizielles Verfahren zu diesem Thema eröffnet habe, wähle Telegate jetzt zusätzlich den zivilrechtlichen Weg. Das Unternehmen verfolgt dabei das Ziel, möglichst schnell zu einer Entscheidung zu kommen und nicht auf den zum Teil langwierigen Prozess der Entscheidungsfindung in der Behörde angewiesen zu sein.

“Die DeTeMedien verstößt mit ihrem kostenlosen Angebot gegen das Verbot des ‘Verkaufs unter Einkaufspreis’,” erbosen sich die Münchner. Dieser Einkaufspreis, zu dem Telegate die Daten erwerbe, betrage die genannten 14 Cent. Dies sei gleichbedeutend mit einem Blockieren des Auskunftsmarkts im Internet.

Weiter heißt es bei der Klägerin: “Die Telekom versucht, mit ihrem kostenlosen Internet-Angebot den regulierten telefonischen Auskunftsmarkt zu vernichten und Wettbewerber zu verdrängen.” Von der DeTeMedien liegt bislang keine Stellungnahme vor.