Die Nummer 6: Lotus-Software mit jeder Menge neuer Funktionen

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Erste Anwendungen sind bereits verfügbar

Die jüngste Version der Lotus-Groupware Notes und Domino 6.0 verfügt über mehr als 600 geänderte oder neue Funktionen. Die Maßgabe für diese sei eine Vereinfachung gewesen; sagt Peter Hantl, Marketing Manager für Lotus Software beim Hersteller IBM. So sollen sowohl Endanwender mit dem Notes-Client als auch Entwickler mit dem Domino Designer schneller beziehungsweise effektiver arbeiten können. Schließlich weist der Domino Server Performance-Steigerungen auf.

Durch die neue Oberfläche müssten Nutzer beispielsweise weniger oft hin und her klicken. So seien etwa Kalender und Aufgabenlisten nun als Unterfenster in die jeweilige Anwendung integriert, beginnt Hantl seine Aufzählung. Die unverplante Zeit bekäme der Anwender einfach eingeblendet. Dasselbe gelte im Übrigen auch für die Planung von Online-Meetings.

Unter dem Stichwort Roaming User versteht Hantl, dass sich die registrierten Notes-User im Prinzip an jeden anderen Notes Arbeitsplatz des Unternehmensnetzes setzen können und dort nach Eingabe ihrer Identität den Desktop so konfiguriert vor sich sehen, als befänden sie sich an ihrem gewohnten Arbeitsgerät. Das ist nützlich, wenn ein Mitarbeiter aus München zeitweilig in Düsseldorf arbeiten muss oder auch beim Arbeitsplatz-Sharing.

Außerdem lassen sich Mails nun gruppenspezifisch einfärben. Die Nachricht vom Chef ist beispielsweise immer rot, von den Kollegen immer blau. Die Elektronischen Briefe lassen sich auch nach Farben ordnen.

Zudem bietet Notes 6.0 die Möglichkeit, die Mails selektiv zu replizieren. Zum Beispiel lassen sich nun Mails mit kleinerem Umfang zuerst aus dem Unternehmensnetz laden. Außerdem können Anhänge im Hintergrund geöffnet werden, so dass die Notes-Nutzer derweil weiter arbeiten können. Der Notes Client steht für die 32-bit-Windows-Betriebssysteme und für die Apple-Plattform Mac OS X zur Verfügung.

Der Domino Server verfügt nun über ein zentrales E-Mail Archivierungssystem sowie Möglichkeiten zur Datenaufzeichnung und zum Filtern von Spam-Mails. Die so genannte Smart-Upgrade-Funktion liefert automatisch Software-Updates. Damit sollen sich die Wartungskosten reduzieren lassen.

Im Produktumfang von Domino 6 ist aber auch eine Software-Lizenz für die IBM-Middleware Websphere enthalten. Der Server läuft unter Windows NT, Windows 2000, OS/400, AIX, Solaris und Linux.

Für Entwickler, die auf der Grundlage der Domino-Notes-Familie Anwendungen erstellen, bietet das Release 6.0 Möglichkeiten des Code-Sharings. Außerdem sollen sich nun leichter als bisher Web-Services auf der Basis der J2EE-Architektur, dem Betriebssystem Linux und dem Datenaustauschformat XML erstellen lassen.

Die Domino-Variante Messaging Server kostet 894 Dollar und der Enterprise Server 2308 Dollar. Der Domino Designer ist für 574 Dollar erhältlich. Sechs Notes-Zugangslizenzen sind ab 70 Dollar zu erwerben.

In Deutschland gibt es zudem bereits Anwendungen von insgesamt sechs Lotus-Partnern, die mit der jüngsten Ausgabe der Lotus-Software gearbeitet haben. Das Paderborner Softwarehaus Pavone stellt damit eine Office-Suite her und die Darmstädter Softwareschmiede Icore eine Dokumenten-Management-Lösung.

Retarus aus Höhenkirchen erstellt mit der Lotus-Software etwa Fax-Lösungen, die Groupware AG aus Lübeck Groupware-Anwendungen. Die Münchner Firma Edcom bietet beispielsweise eine Urlaubsverwaltung an und die TJ Group aus Stuttgart Lösungen für das Customer Relationship Management.