Mittelstand unter Kostendruck – ob die Systems helfen kann?

Management

Wer kommt, wer sucht was …

“Der Mittelstand trägt den größten Teil zur Wertschöpfung bei.” Mit dieser Beschwörungsformel weisen Politik und Wirtschaft immer wieder darauf hin, dass die Bedingungen für dieses Wirtschaftssegment sich immer weiter zu verschlechtern drohen. Die Münchner Systems hat aus dieser Not eine Tugend gemacht und konzentriert sich auf den Mittelstand: Das breite Publikum, das man von der CeBIT kennt, interessieren die Aussteller nicht, und die ganz dicken Fische kann man angesichts trockengelegter IT-Budgets kaum mehr für einen Systems-Besuch begeistern.
Die Frage lautet also: Kommt der Mittelstand in dieser Woche nach München und welche IT-Fragen brennen den Abgesandten unter den Nägeln? “Das Lösungsgeschäft steht im Vordergrund”, meint Michael Pöllmann von der Messe München. Auch wenn es vielen mittelständischen Unternehmen nicht gut gehe, sei hier derzeit noch das größte Investitionspotential zu finden.

1600 Aussteller haben sich für die fünf Tage angemeldet – ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Die Messe gibt deshalb die Devise aus, man erwarte sich auch in diesem Jahr erneut mehr Geschäft bei weniger Besuchern.

Gerade Mittelständler nimmt der Softwaremulti Microsoft ins Systems-Visier: Anstatt Produkte und Dienstleistungen samt attraktiven Preisen zu präsentieren, nutzt die Deutschland-Zentrale aus dem nahen Unterschleißheim die Gelegenheit, auf ihre Misere mit den Raubkopien in mittelständischen Unternehmen hinzuweisen. Die Besucher sollen auf einem “Teppich aus entwerteten Software-CDs” zum Microsoft-Stand gelangen – und dann womöglich reumütig ein paar Lizenzen einzukaufen.

“Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die Anzahl der illegalen Software-Kopien besonders hoch”, weiß Birgit Kupiek, Sprecherin von Microsofts Copyright-Abteilung. Sie will “auf die Vorteile eines intelligenten Softwaremanagements aufmerksam machen”.

Die Besucher dürften sich dagegen mehr auf die Angebote rund um die Sicherheit in der IT stürzen, meint Messe-Mann Pöllmann. Er sieht außerdem Nachfrage nach Storage-Lösungen, EAI und andere Integrationsansätze sowie Lösungen für Finanzdienstleister, die es durchaus auch im Mittelstand gebe.

Für Stirnrunzeln dürfte die Zuversicht von Ausstellern und Messevertretern sorgen, wenn es auf das Thema E-Government kommt. Angesichts der leeren öffentlichen Kassen möchte man ja an eine weitere Entwicklung auf diesem Gebiet gar nicht denken. “Da steckt noch viel Investitionspotenzial drin”, kontert Pöllmann. “Die Budgets schlummern und werden eben nur sehr zögerlich freigesetzt.”