Fußball-Schiris bekommen sensorische Unterstützung

Management

Neues System soll schon die WM 2006 bereichern

Fußball-Schiedsrichter bekommen bald elektronische Hilfe. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen hat gemeinsam mit dem Unternehmen Cairos Technologies ein Sensorsystem entwickelt, das den Schiedsrichtern wichtige Informationen direkt auf eine Spezialarmbanduhr sendet.

Dadurch sollen künftig die Entscheidungen vereinfacht und zeitaufwändige Streitigkeiten beispielsweise über die Frage “Abseits oder nicht?” vermieden werden.

Das Ganze funktioniert mittels kleiner Sender, die in den vorgeschriebenen Schienbeinschonern der Fußballer installiert werden und mehrere hundertmal pro Sekunde die Position des jeweiligen Spielers ermitteln. Auch im Ball befindet sich ein Chip. Am Rand des Spielfelds stehen die Empfangsantennen, die die Informationen an ein zentrales Computersystem weiterleiten. Dort werden die Daten ausgewertet und verglichen. Der Schiedsrichter empfängt auf seinem Display Begriffe wie “Tor” oder “Aus” und kann entsprechend reagieren.

An der Technischen Universität München zeigt man sich von dem System durchaus angetan. “Das Augenmaß eines menschlichen Beobachters reicht oft nicht aus”, meint Sportwissenschaftler Christian Holzer. Die neue Technologie könne hier durchaus Abhilfe schaffen.

Zwar ist noch nicht ganz klar, ob die Körpersender tatsächlich von den nationalen und internationalen Fußballverbänden akzeptiert werden. Der Fußballverband FIFA allerdings hat bereits positiv reagiert. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts ist man dort zuversichtlich, dass das System bereits bei der Fußball-WM 2006 in der Bundesrepublik eingesetzt werden kann.