Schlusslicht Deutschland: kein IT-Wachstum

Management

Die Wachstumsrate bekommt 2003 eine gesündere Farbe

Die derzeitige Krisenstimmung in der IT und Telekommunikationsbranche lässt leicht vergessen, dass sie nach wie vor an Umsatz zulegt – allerdings in geringem Maße. In Westeuropa soll der Verkauf von Hardware, Infrastruktursystemen, Software und Dienstleistungen in diesem Jahr um 1,1 Prozent wachsen. Rund 641 Milliarden Euro hätte die Branche damit eingenommen. Sorgenkinder sind die Hardware und die Datennetze.

Das kommende Jahr verheißt einen kleinen Aufschwung. So sieht es zumindest das European Information Technology Observatory (EITO). Das Institut stellt in seiner jüngsten Studie nicht nur die Zahlen dieses Jahres vor, sondern prognostiziert auch ein Anziehen der Nachfrage um 3,2 Prozent im Jahr 2003. Der Umsatz läge demnach bei 662 Milliarden Euro.

Weltweit solle die Branche dieses Wachtsum von 3,2 Prozent schon im laufenden Jahr erreichen. Der Umsatz läge damit bei 2365 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr soll sich die Steigerungsrate auf 6,2 Prozent erhöhen und das Marktvolumen rund 2511 Milliarden Euro betragen.

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland allerdings schlecht ab. Hier geht die Nachfrage im laufenden Jahr gegen Null. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder, weist in diesem Zusammenhang und vermutlich mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen darauf hin, wie wichtig es ist, nun geeignete Bedingungen zu schaffen, die ein zukünftiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern. “Ob es uns gelingt, das Potenzial der Branche auch in Deutschland zur Geltung zu bringen, hängt ganz maßgeblich von den Spielregeln ab, die die Politik setzt.”

Schwer erwischt hat es die Datenkommunikations- und Netzinfrastrukturanbieter. Hier gingen die Investitionen 2002 im gesamten westeuropäischen Raum um 9,1 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro zurück. Vorausgegangen war bereits im vergangenen Jahr ein Absinken um 7 Prozent. Doch rechnet Eito für 2003 zumindest mit einer Beruhigung des Markts. Die Organisation sagt ein leichtes Minus von 0,7 Prozent voraus.

Der Westeuropäische Telekommunikationsmarkt wächst heuer um 2 Prozent auf 322 Milliarden Euro und im kommenden Jahr um 4,4 Prozent. Dass es nicht mehr wird, daran sei vor allem die schwache Nachfrage nach Endgeräten schuld.

Telekommunikationsdiensten wird das stärkste Wachstum zugetraut. In 2002 soll die Rate bei 4,9 Prozent liegen und der Umsatz bei 256,7 Milliarden Euro. In 2003 steige das Volumen auf 270,7 Milliarden Euro bei einem Wachstum von 5,4 Prozent an.

Die Informationstechnik dagegen weist für dieses Jahr insgesamt gerade einmal 0,1 Prozent Wachstum auf, im kommenden Jahr sollen es 1,9 Prozent sein. Das aktuelle Umsatzvolumen liegt bei 319,3 Milliarden Euro und würde 2003 demnach 325,3 Milliarden Euro.

Der Markt für Computer-Hardware dagegen schrumpft. Dieses Jahr um 6,3 Prozent und im kommenden Jahr noch laut Eito noch einmal, aber mit reduzierter Geschwindigkeit, nämlich mit 2,5 Prozent. Die Umsatzentwicklung bei Software und Services liegt dagegen im Plus. Der Softwaremarkt wächst 2002 mit 2,2 Prozent und 2003 mit 3,0 Prozent, der Service-Markt legt um 3,7 Prozent zu und im kommenden Jahr um 4,6 Prozent.