WWW-Funk in Würzburger Hörsälen

Management

Studenten klinken sich ohne Strippen ins Web ein

Das Rechenzentrum der Universität Würzburg macht’s möglich: Studenten können im Hörsaal ihr Notebook anwerfen und über Funkverbindungen lossurfen.

Die Funkverbindung ins Internet funktioniert wie ein schnurloses Telefon: Eine Basisstation von der Größe einer Zigarrenschachtel, die per Kabel mit dem Hochschulnetz verbunden ist, schickt die Signale von der Decke des Hörsaals zum Notebook. Diesen Service können die Studenten schon in vielen Gebäuden der Universität nutzen: Bislang haben die Mitarbeiter des Rechenzentrums insgesamt 36 Basisstationen installiert. Derzeit nutzen rund 400 Mitarbeiter und Studierende das Funknetz, wobei pro Tag im Mittel 50 bis 60 unterschiedliche Benutzer zu verzeichnen sind.

Um ins Netz zu gelangen, benötigen die Teilnehmer eine herkömmliche Benutzungsberechtigung inklusive Modem- oder ISDN-Zugang. Das ist notwendig, damit sie überhaupt auf die EDV-Ressourcen der Universität zugreifen zu können:

Die Berechtigung erhält ein Student bereits bei der Immatrikulation, indem er seine Unterschrift unter die Benutzerordnung setzt und eine einmalige Gebühr von 30 Euro zahlt. Im Gegenzug erhält er von der Zentralverwaltung eine Benutzernummer, eine E-Mail-Adresse, ein Passwort und eine Info-CD-ROM des Rechenzentrums.

Derart ausgestattet, konnten sich die Studenten beispielsweise auch bisher schon von zu Hause aus mit eigenen PCs via Modem ins Hochschulnetz einklinken. Wer nun auf dem Campus per Funk ins Internet will, braucht zusätzlich ein Notebook und dazu eine Funknetzkarte, die es im Rechenzentrum für 80 Euro zu kaufen gibt.

Das Rechenzentrum ermöglicht Übertragungsraten im Funknetz von bis zu 11 Megabit pro Sekunde: “Das entspricht dem, was ein ganz normaler Rechnerarbeitsplatz schafft”, so Rechenzentrumsleiter Christian Rossa.

Dennoch kann es zu Überlastungen kommen, wenn zu viele Anwender gleichzeitig an einer Basisstation arbeiten. Nach Einschätzung von Christian Rossa liegt die Grenze bei 20 bis 30Nutzern.

Der Aufbau der Funkvernetzung, des WLAN (Wireless Local Area Network), an der Uni Würzburg läuft seit Anfang 2001. Er wurde zunächst im Rahmen der Initiative Funkvernetzung von Hochschulen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 150 000 Euro gefördert und nun mit eigenen Finanzmitteln weiter vorangetrieben.