Schachweltmeister zwingt Deep Fritz in die Knie

Management

Geschwindigkeit ist nicht alles

Auch in der dritten Schach-Partie des Mensch-gegen-Maschine-Turniers hat der amtierende Weltmeister Wladimir Kramnik die Oberhand behalten. Nach 50 Zügen gab der Computer auf.

Die versammelten Großmeister des königlichen Spiels vermuten sogar, dass ihr russischer Kollege es verstanden haben könnte, die Denkstruktur oder den Stil seines kalten Gegenübers zu erfassen und ähnlich zu denken wie dieser. “Kramnik macht Züge, die normalerweise kein Mensch machen würde”, so einer der Kommentatoren.

Allerdings sind die Kräfte ungleich verteilt. Deep Fritz kann pro Sekunde bis zu 3,5 Millionen Stellungen analysieren, der Weltmeister maximal zwei.

Es dürfte sich ausgezahlt haben, dass Kramnik zwei Wochen vor Beginn der publikumswirksamen Schach-Show in Bahrein mit Deep Fritz trainieren durfte. Denn er verlegt sich bisher immer darauf, die Damen bereits in der Anfangsphase der Partie auszutauschen. Damit verringert sich die Zahl der möglichen Züge drastisch und der Mensch kann seinen Nachteil leichter ausgleichen.

Kramniks größtes Problem war allerdings der Druck durch die übliche Zeitbegrenzung auf zwei Stunden bis zum 40. Zug. Als er diese Schwierigkeit überwunden hatte, konnte er Deep Fritz schließlich zur Aufgabe zwingen. Derzeit steht es also 2,5 zu 1,5 für Kramnik. Bis zum 19. Oktober sind fünf weitere Partien zu bestreiten.