Infineon setzt sich die Latte höher

Management

Krisenzeit zu Verbesserungen nutzen, empfiehlt der Boss

Der Münchner Halbleiterhersteller Infineon will gestärkt aus der Branchenkrise hervorgehen und seinen Weltmarktanteil in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. “Ich habe nicht den Mut, im nächsten Jahr einen riesigen Aufschwung zu sehen”, sagte Konzern-Chef Ulrich Schumacher. Derzeit stehe das Unternehmen mit einem Marktanteil von drei Prozent auf Rang sechs. Bei der Profitabilität gehöre das Unternehmen in allen Geschäftsbereichen sogar zu den zwei besten Anbietern.

Infineon wolle angesichts des anhaltenden Preisdrucks bei vielen Produkten unter anderem das profitablere Geschäft mit Systemlösungen stark ausbauen. Ein weiterer Stellenabbau sei derzeit nicht geplant. Sollte die Weltwirtschaft allerdings weiter unter Druck geraten, sei dies jedoch nicht ausgeschlossen, hieß es aus dem Unternehmen.

Die Chipbranche erlebt derzeit ihre schwerste Krise. “Sie dauert auch deutlich länger als alles, was bisher da war”, sagte Schumacher. Für die nächsten zwei Quartale sei keine Besserung in Sicht. In der Flaute ließen sich aber Verbesserungen intern oft einfacher durchsetzen.

Der Aktienkurs ist zuletzt, wie bei den Wettbewerbern auch, drastisch gesunken. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/02 erzielte der Chip-Hersteller einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 850 Millionen Euro. Eine Prognose für das laufende Quartal wollte Schumacher nicht abgeben. Er sagte aber, die Preise für Speicherchips hätten sich zuletzt schwach entwickelt und lägen noch immer unter den Herstellungskosten.

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