Forschungsbetrug: Bell Labs feuern Spitzenforscher

Management

… jetzt ist das Image bekleckert

Die internen Untersuchungen bei dem Forschungslabor des Lucent-Konzerns, den Bell Labs, sind abgeschlossen. Ergebnis: Jan Hendrik Schoen hatte Ergebnisse gefälscht und muss nun in Konsequenz seinen Hut nehmen. Seine Kündigung hatte ihn einen Tag vor der Veröffentlichung des abschließenden Berichtes der unabhängigen Nachprüfer erreicht. Unrechtmäßig erworbene Auszeichnungen gehen zurück an die Stifter – nicht ohne eine dicke Entschuldigung von Bell Labs.

Bereits im Mai hatten interne und externe Zweifel an der Richtigkeit der von Schoen veröffentlichten Ergebnisse in der Supraleiterforschung dazu geführt, dass intensive Untersuchungen begannen. Unabhängige Experten überprüften die in 20 aufsehenerregenden Veröffentlichungen vorgestellten Ergebnisse des einstigen Shooting-Stars. Sie mussten feststellen, dass der 32-Jährige in 16 Fällen wissenschaftlich falsche Daten veröffentlicht hatte – selbstverständlich zum eigenen Vorteil.

Die Arbeit Schoens war sogar in den Geschäftsberichten und den Informationen für die Aktionäre als bahnbrechende Erfolge deklariert worden. Nun sind die Manager des Konzerns damit beschäftigt, die Scherben zusammen zu kehren und das Ansehen der bell Labs international wieder herzustellen. Bill O’Shea, President bei den Bell Labs, bemühte sich zu versichern: “Die Arbeit von Schoen war sehr futuristisch und hatte keinen wirtschaftlichen Einfluss auf das, was wir sonst bei Lucent tun.”