Ein Sargnagel mehr: Peregrine verschwindet aus dem Nasdaq-Listing

Management

Aufgedeckte Fehlbuchungen entblößen ständig größere Defizite

Der in einem Bilanzskandal verwickelte US-Hersteller von Call-Center- und Asset-Management-Software Peregrine Systems will seine Einnahmen der vergangenen drei Jahre um rund 250 Millionen Dollar nach unten korrigieren. Betriebsprüfungen ergaben für die vergangenen elf Quartale Fehlbuchungen bis zu 180 Millionen Dollar. Jetzt gibt es auch keine Aktien mehr.

Bisher galten Umsatzbuchungen in Höhe von 100 Millionen Dollar als ungeklärt. Die Unstimmigkeiten traten zutage, als die Wirtschaftsprüfer von KPMG die Aufgabe von Arthur Andersen übernahmen. Doch Ende Juli entzog das Unternehmen dann auch KPMG das Mandat und beauftragte Pricewaterhouse Coopers mit der weiteren Prüfung seiner Bücher.

Nun gilt die Buchprüfung als beendet. Die Ergebnisse gingen an die US-Börsenaufsicht SEC. Trotzdem schließt die Softwareschmiede weitere Berichtigungen und eine erneute Änderung der Resultate nicht aus.

Aufgrund der Buchungsunregelmäßigkeiten für die betroffenen Berichtsperioden will Peregrine eine Abschreibung von 100 Millionen Dollar in Anspruch nehmen. Doch kündigte Unternehmen zugleich an, dass es gelungen sei, eine Kreditlinie in Höhe von 103 Millionen Dollar zu verlängern.

Ob das der Rettungsanker für Peregrine sein kann, ist mehr als fraglich. Zum Beispiel war das Unternehmen nicht in der Lage, der SEC termingerecht seine Quartalsberichte vorzulegen. Deshalb schloss das Aufsichtsamt am Freitag die Aktie vom Börsenhandel aus. Sie ist an der Nasdaq nicht mehr gelistet.

Zuvor hatte Peregrine bereits sein “Supply-Chain-Enablement”-Geschäft veräußert. Erstanden hat es für eine unbekannte Summe die US-Firma Golden Gate Capital. Außerdem musste das Softwarehaus die Hälfte seiner Mannschaft entlassen. Peregrine schickte 1500 von 2900 Mitarbeitern auf die Straße.