Stellenabbau scheibchenweise: Lucent kürzt weitere zehn Prozent

Management

Einzelne Angestellte huschen bald durch kahle Flure

Der TK-Ausrüster Lucent kann das Stellenstreichen nicht lassen: Schon wieder zehn Prozent der nur mehr 50 000 Angestellten sollen ihren Hut nehmen, will das Wall Street Journal aus dem unternehmen erfahren haben. Vor zwei Jahren beschäftigte der Netzwerkausrüster noch 155 000 Menschen.

Grund für den weiteren Aderlass seien die dauerhaften Investitionsängste und auch die Insolvenzen bei den Kunden, also den TK-Unternehmen und Carriern, an die Lucent seine Technik liefert. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichne der Konzern nur noch den halben Umsatz, sagte kürzlich Rainer Fechner, der Vice President und Deutschland-Geschäftsführer im silicon.de-Interview. Allein in Europa, so verriet er, sei die Zahl der potenziellen Kunden von Lucent auf etwa 20 geschrumpft.

Das erklärt aber nur die Tatsache an sich, dass Stellenstreichungen als Lösung betrachtet werden. Kritik erntet das Unternehmen in der Branche aber für die Art, wie diese Kürzungen vorgenommen werden. So verunsichere die “permanente Stellenstreichung”, die Lucent praktiziere, nicht nur die verbliebenen Angestellten nach jeder neuen Kürzung, sondern auch auf lange Sicht die Kunden, heißt es.

Einstweilen hat das Unternehmen ein Gerücht vom Freitag über die Streichung von 15 000 Stellen bis Jahresende als unwahr verworfen – und gleichzeitig die Streichung von 5000 Stellen zugegeben. Die Spekulationen von letzter Woche, so sagte eine Unternehmenssprecherin, seien “absolut unsinnig”. Bis Ende 2002 werde die Personaldecke aus 45 000 Angestellten bestehen.