Seelenstudie: Linux programmieren ist ein Lifestyle

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Der typische Opensource-Entwickler ist gesellig

Wer schon immer Näheres über die Lebensgewohnheiten von Linux-Freaks wissen wollte, ist bei der jetzt veröffentlichten Studie “Free/ Libre and Open Source Software” richtig. Hier erfährt man, ob die Unix-Gemeinde tatsächlich aus vereinsamten Birkenstock-Trägern besteht.

Erarbeitet hat die Studie das International Institute of Infonomics der Universität Maastricht und das deutsche Marktforschungsunternehmen Berlecon Research. Sie untersuchten neben dem Source Code und der Adaption von Opensource-Software in Firmen und der Öffentlichen Hand auch die soziokulturelle Struktur von Linux-Programmierern.

Demnach ist der typische Linux-Entwickler männlich – zu 98,6 Prozent jedenfalls. Eine Altersbegrenzung gibt es kaum. Die Studie fand den 14jährigen Linux-Programmierer genauso wie den mit 73 Jahren. Die größte Gruppe bilden die 16- bis 36-jährigen. Doch nur 25 Prozent waren älter als 30 Jahre. So liegt das Durchschnittalter bei 26 Jahren.

Darüber hinaus sind zwei Fünftel Singles und etwas weniger als 60 Prozent leben in einer wie auch immer gearteten Beziehung: 18,6 Prozent haben Partner, aber leben nicht mit ihnen, 18,8 Prozent leben zusammen mit jemandem und 21,1 Prozent sind verheiratet. 17 Prozent hatten sogar ein Kind oder mehr Sprösslinge.

Das widerspricht, so die Studie, dem gängigen Vorurteil, dass Linux-Entwickler alleinstehende Freaks seien, die sich ohne die Programmierung langweilten. Zudem weisen die Programmierer einen hohen Bildungsstand auf. So verfügen 70 Prozent über einen Universitätsabschluss.

Trotzdem gehören sie nicht zu den Top-Verdienern der IT-Branche, sagen die Studienmacher. 45 Prozent verdienen bis zu 2000 Euro im Monat und 19 Prozent zwischen 2000 und 3000 Euro.

Zudem scheint Linux noch immer eher ein Hobby zu sein, denn eine ernsthafte Beschäftigung, für die man Gehalt bezieht. 70 Prozent der Befragten arbeiten rund zehn Stunden pro Woche mit dem Betriebssystem – 23 Prozent sogar nur zwei Stunden wöchentlich.

Einen Full-Time-Job machen offenbar nur 9 Prozent daraus. Hier beträgt das Pensum 20 bis 40 Stunden. Ansonsten sind die Linux-Spezialisten mit beruflichen Aufgaben beschäftigt, die mit Netzwerken und Web-Services zu tun haben.

Die Marktforscher fragten schließlich auch danach, welche Linux-Distribution bei den Entwicklern hoch im Kurs stehe. Es gibt eine klare Präferenz. So bevorzugt fast die Hälfte aller 2748 Befragten (48 Prozent) die Debian-Ausführung des Betriebssystems. Für die Red-Hat-Variante votieren dagegen nur 13, 8 Prozent. Mandrake ziehen 9,8 Prozent vor und das Suse-Linux präferieren 9,2 Prozent.