Outsourcing hilft Blumengrüßen durchs WWW

Management

IT-Geschäft bleibt in wenigen Händen

Nach einem Jahr Outsourcing bei einem neuen Dienstleister zieht der Blumenversand Fleurop Bilanz für sein Online-Geschäft – und als derjenige, der am meisten mit der eingesetzten IT-Lösung zu tun hat, zeigt sich IT-Leiter Peter Broschinski im Gespräch mit silicon.de rundum zufrieden.
Nur fünf Mitarbeiter pflegen die rein unternehmensinterne IT und die Desktops des Blumengroßhandels – “alles andere macht unser Dienstleister.” Dieses “andere”, so Broschinski, sei die gesamte Internet-Präsenz inklusive der Abwicklung aller Transaktionen.

“Vom Auftragseingang bis zur Abrechnung und der Auftragsverfolgung” liege der gesamte Geschäftsverkehr physisch gesehen auf den Servern des US-Outsourcing-Unternehmens Attenda. “Und mit denen verbindet uns eine extra dicke Leitung von der Telekom.”

Wachstum sprengt Infrastruktur

Vor der Projektierung im August 2001 hatte der Fachhandel seine Website ebenfalls nicht selbst betreut. “Von 1997 bis 2001 hat unser Provider das gemacht – und bei zunächst nur 37 Aufträgen am Tag über die Website ging das auch noch so nebenbei”, erinnert sich der IT-Chef.

Allerdings habe das rasante Wachstum der Online-Bestellungen die Infrastruktur und die Möglichkeiten des Dienstleisters gesprengt: “Anfangs waren uns Ausfallzeiten von einer halben Stunde nicht so wichtig, aber seit ein Großteil unseres Umsatzes über den Online-Shop generiert wird, ist die Anwendung geschäftskritisch geworden. Inzwischen wäre ein Ausfall von einer Minute schon eine Katastrophe.”

Internet als Lebensader

So sei eine hohe Ausfallsicherheit verbunden mit einer hochqualifizierten 24-Stunden-Betreuung der Systeme und Anwendungen unabdingbar geworden. “Ich kann mir unsere Webseite eigentlich nicht mehr anders vorstellen – wenn ich sie komplett übernehmen müsste, nein danke”, so Broschinski. Und verglichen mit “Anbietern ähnlicher Dienste wie Colt oder anderen” sei Attenda “noch einer der Billigsten”.

Für das Vorhaben, auf einen anderen Dienstleister umzustellen, musste der Fleurop-IT-Leiter seinem CEO nicht lange in den Ohren liegen: “Wir wären ohnehin nicht an einem Wechsel vorbeigekommen, auch der Kostenpunkt spielte dabei keine Rolle. Und das nicht nur, weil wir das alles letztes Jahr umgesetzt haben, als die Krise noch nicht so präsent war.”

Als lebensnotwendig hätten auch die anderen Fleurop-Manager die neue Lösung betrachtet. Mittlerweile werden auch die rund 3500 Fleurop-PCs über Attenda mit den notwendigen Informationen und Verbindungen versorgt.

Nachts rote Rosen für die Tanzmaus

Wichtig sei bei der Entscheidung für den Anbieter aber auch gewesen, dass dieser die besonderen Bedürfnisse des elektronischen Blumenladens verstanden habe.

Denn die Geschäftszeiten, so der IT-Leiter, seien bis auf die saisonbedingten Höhen um den 8. Mai und den 14. Februar herum grundsätzlich schwer berechenbar: “Im Gegensatz zu anderen Geschäften haben wir auch zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr regen Betrieb im Netz – nicht zu vergessen Samstag nacht und Sonntag früh, wenn die Kids nach der Disco Liebesgrüße an ihre Tanzpartner loswerden wollen.”

Aber nicht nur die Kunden, auch die etwa 10 000 Partner in der BRD greifen auf die ausgelagerte Lösung zu. “Fleurop online ist dabei aufgebaut wie ein Stern – wir sind in der Mitte und haben zu allen Geschäftspartner und Kunden auf verschiedenen Kanälen, aber immer über das Internet, eine Verbindung aufgebaut”, erläutert Broschinski.

Maschinen-Geflüster

Bei einem Anfrage-Eingang, so der IT-Profi, würden gewissermaßen zunächst die Maschinen miteinander kommunizieren, bevor dann ein Fleurop-Mitarbeiter nach der Auslieferung durch Partner mit der Abrechnung zu tun habe. “Unsere Satelliten in anderen Ländern haben sogar einen eigenen Zugangskanal, der spezialisiert internationale Blumengrüße transferiert.”

Dabei kommt aber nicht nur das Internet zum Einsatz. Als Cheftechniker hat Broschinski auch ein Auge auf den WAP-Store und den I-Mode-Store, die ebenfalls ausgelagert wurden. Und was folgt als Nächstes im Internet-Blumengeschäft? “Wir planen einen Relaunch unserer Web-Präsenz.” Da sich hier drei Länder, also Deutschland, Österreich und die Schweiz einigen müssen, rechnet er noch nicht so schnell mit einem Projektbeginn. “Das beschäftigt uns frühestens im ersten Halbjahr 2003.”