Hochwassergefahr: Telekom schaltet Netze in Niedersachsen ab

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Wütende Proteste gegen Sicherungsmaßnahmen

Weil sie das Telefonnetz in den hochwasserbedrohten Elbgebieten Niedersachsens abgeschaltet hat, hat sich die Deutsche Telekom massiven Ärger eingehandelt. Ministerpräsident Sigmar Gabriel sprach von einem “unvorstellbaren Vorgang” und intervenierte beim Vorstand des Bonner Konzerns. Dieser habe zugesagt, dass die Festnetzanschlüsse mit sofortiger Wirkung wieder hergestellt seien. Am späten Nachmittag funktionierten die Telefone allerdings noch nicht.

Ein Sprecher der Telekom wies die Darstellung von Gabriel entschieden zurück. Die Telekom sei mit mehr als 3000 Beschäftigten und eigenen Katastrophenschutzzügen bereits seit Montag vergangener Woche im Dauereinsatz und unternehme alles menschenmögliche, um die Kommunikationstechnik bis zur letzten Sekunde aufrecht zu erhalten.

Die Krisenstäbe seien über den Abbau der Anlagen informiert worden. Bei der Entscheidung habe sich die Telekom außerdem auf die Informationen aus den Krisenstäben verlassen müssen. Im Fall einer Überflutung und Beschädigung wäre das Netz in dem betroffenen Gebiet für mehrere Wochen ausgefallen, heißt es bei der Telekom.

Die Techniker hatten das Telefon-Festnetz in den elbnahen Dörfern ohne Vorankündigung gekappt. Dadurch verloren Hunderten großteils alter Menschen die einzige Verbindung zur Außenwelt.

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