Dürfen sich Apple-Fans auf ein i-Phone freuen?

Management

Analysten sehen Macintosh-Hersteller in neuem Marktsegment

Wer zwei und zwei zusammenzählt, muss zu dem Schluss kommen, das Apple ein Mobilfunk-Handheld herausbringen will. So ähnlich zitiert die US-Zeitung New York Times den Finanzanalysten Charles Wolf, der für Needham und Company den Computerherstellen im Auge behält.

Laut Steven Jobs, Mitbegründer und jetziger CEO von Apple, sind Handhelds in der jetzigen Form immer noch zu bedienungsunfreundlich. Aber Telefone mit Funktionen eines Minicomputers seien etwas ganz anderes. “Wir glauben, dass der Personal Digital Assistant in diesem oder nächstem Jahr im Telefon aufgehen wird”, sagte Jobs vergangene Woche in einem Interview.

Dass Jobs allerdings mit neuen Devices liebäugelt, ist hinreichend bekannt. Vor Jahren brachte Apple den “Newton” auf den Markt, ein Handheld, der beispielsweise Handschriften erkennen konnte. Nach Meinung verschiedener Experten kam das Gerät Jahre zu früh auf den Markt. Es fehlte an Akzeptanz.
Das katapultierte den damaligen Apple-CEO John Sculley aus dem Chefsessel.

Als Jobs wieder das Apple-Ruder übernahm, machte er dem Handheld-Marktführer Palm ein Übernahmeangebot. Damals wollte Jobs den Hersteller für rund 1 Milliarde Dollar kaufen. Doch Palm lehnte ab.

Nach Eindrücken von Analysten trägt das Ungeborene aus dem Hause Apple intern bereits einen Namen. Von i-Phone ist die Rede.

Auch eine passende Software scheint vorhanden. Ein Deal mit der Softwareschmiede Pixo erlaubt Apple, deren Software in seinem MP3-Player i-Pod zu verwenden. Die Übereinkunft beinhaltet aber auch den Einbau in einem zweiten Apple-Produkt.

Außerdem eignen sich die zwölf neuen Features des Betriebssystems OS X, Version 10.2, mindestens so gut für den Einsatz auf mobilen Endgeräten wie auf dem Macintosh-Rechner, so amerikanische Marktbeobachter. Dazu gehören Chat- und Mail-Funktionen, ein Adressbuch, Kalender und Synchronisationsmechanismen. Auch die hauseigene Handschriftenerkennung und das Retrieval-Programm “Sherlock” ließen sich gut in einem Mobile-phone-Handheld verwenden.

Das Problem für Apple wäre demnach nicht die Ausstattung und die Konzeption eines solchen Minirechner-Handys, vielmehr die Konkurrenz. Längst haben Wettbewerber wie Microsoft, Nokia und Motorola das Terrain für ein solches Endgerät vorbereitet.