EMC-Retailer beklagt sich über Lieferschwierigkeiten

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“A Quality Issue …”

Der viel beachtete Clariion-Server des Speicherherstellers EMC wird viel nachgefragt. Aber nicht alle gewünschten Komponenten werden derzeit auch nach Katalogbeschreibung geliefert. So hat ein Lieferproblem mit dafür vorgesehenen Seagate-Laufwerken nun offenbar zu einem Lieferstopp einer bestimmten Kategorie dieser Drives geführt. Das geht zumindest aus der Beschwerde eines großen US-Retailers hervor, der nicht genannt werden möchte. Seine Bestellung für den mit einem solchen Drive bestückten CX 600 lief ins Leere.

Er sagte dem Branchenmedium Techtarget zufolge: “Wir haben einen CX 600 eingekauft, um einen Tag später zu hören, dass dieser Server nicht geliefert werden könne, weil die 36 GB-Laufwerke (mit 15 000 Umdrehungen pro Minute, RPM), die wir bestellt hatten, nicht lieferbar seien.” Auf seine Nachfrage beim zuständigen EMC-Service erfuhr er demnach, die angefragten Seagate-Drives seien noch nicht vollständig auf ihre Qualität geprüft worden.

Das Angebot von EMC, zunächst Laufwerke mit 10 000 RPM auszuliefern und diese später durch die schnelleren Laufwerke zu ersetzen, nahm er offenbar an. Dennoch seien seine Kunden natürlich auf die schnelleren Geräte angewiesen. Die amerikanische Niederlassung von EMC räumte daraufhin gegenüber der Presse ein, dass “ein Qualifizierungsproblem” bei den betreffenden Laufwerken aufgetaucht sei, allerdings ohne dies näher zu spezifizieren. Auch die Dauer des faktischen Lieferstopps ist unklar.

Sprecher Justin Bartinoski bestätigte den Lieferstopp an sich und sagte: “Bevor wir irgendein Laufwerk in unseren Systemen ausliefern, gehen wir sicher, dass es 100-prozentig funktioniert.”

Dass dieser vorübergehende Lieferstopp auch Deutschland betrifft, bestätigte Produktmanager Mika Kotro in Schwalbach. Er hat Details: “Seagate hat den Vorläufer ‘Cheetah x15 36 LP’ vom Markt genommen und als neues Drive den ‘Cheetah 15 K.3’ eingeführt. Da wir die alte Version nicht mehr bekommen und wir die neue wie eine fremde Festplatte ganz von Anfang an durchtesten, um den Qualitätsstandard sicherzustellen, haben wir eine zeitliche aber keine qualitative Lücke.”

Die Qualitätsprüfung für die 15K-Laufkwerke werde eben noch durchgeführt. Inzwischen würden die Kunden mit einer Alternative versorgt und später kostenfrei nachgerüstet. Kotro betont, dass es keine Differenzen wegen solcher “zeitlichen Lücken” zwischen dem langjährigen Partner Seagate und EMC gebe.

Silicon meint: Klingt allemal nach einem Kommunikationsproblem: Wenn Seagate einen Tausch von Geräten nicht ausreichend mit seinen Partnern abklärt – muss dann der Kunden drunter leiden?