SCO-Unix-Streit: Suns McNealy frohlockt

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Solaris frei von jedem Makel?

Sun Microsystems sieht im andauernden Lizenzstreit zwischen SCO einerseits und IBM sowie der Linux-Gemeinde andererseits offenbar seine Chance. CEO Scott McNealy kündigte während einer Kundentour in Schweden an, Sun werde sich selbstverständlich engagiert um die AIX-Kunden von IBM bemühen, die durch den möglicherweise langwierigen Rechtsstreit verunsichert seien.

Denn, so McNealy, bei Suns Unix-Derivat Solaris lägen die Dinge ganz anders als bei AIX. Mit SCO, die 1995 bestimmte Rechte an Unix von Novell erworben hatten, stehe Sun auf gutem Fuß, weil die Unix-Lizenz schon vor Jahren im ganzen erworben worden sei.

Sie ist die rechtliche Basis für Solaris, die Plattform, mit der Sun den größten Teil seiner Umsätze einfährt. “Solaris ist ungebunden und eindeutig geregelt, da gibt es keine lizenz- oder urheberrechtlichen Unwägbarkeiten”, so McNealy.

Außerdem warnte der Sun-Chef, wer Open-Source-Produkte kaufe, sei eben nicht vor Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen gefeit. Das führe seiner Einschätzung nach momentan auch dazu, dass viele Kunden vor Linux zurückschreckten – zumindest so lange, bis der Streit mit SCO ausgestanden sei.

SCO wirft IBM vor, mit der Weitergabe von Unix-Code an die Open-Source-Welt, Lizenzbestimmungen gebrochen, Betriebsgeheimnisse aus einem gemeinsamen Projekt weitergegeben und SCO großen Schaden zugefügt zu haben. Zu Beginn der Woche erklärte SCO die Unix-Lizenz von IBM für ungültig und bemüht sich derzeit um eine gerichtliche Verfügung, um den Vertrieb von IBMs AIX zu unterbinden.

Sun habe im Vergleich zu IBM oder Hewlett-Packard wesentlich mehr in Open-Source-Software investiert. Die könnten ja auch jederzeit auf Microsoft-Plattformen zurückgreifen, so McNealy – Sun dagegen nicht.