Peoplesoft gerät in die Bredouille

Management

Anzeigenkampagne gegen Geldkampagne

Der Softwarekonzern Oracle hat sein Angebot für den ERP-Spezialisten Peoplesoft nun doch noch erhöht: Je Peoplesoft-Aktie würden nun 19,50 Dollar, statt wie bislang angeboten, 16 Dollar gezahlt, heißt es in einer Mitteilung. Das Gesamtvolumen des Geschäfts würde sich damit auf rund 6,3 Milliarden Dollar belaufen. Bislang waren 5,1 Milliarden Dollar veranschlagt.

Oracle-Chef Larry Ellison erklärte, in Gesprächen mit einigen großen Anlegern hätten diese ein höheres Angebot eingefordert, sollten sie dem Deal zustimmen.

Außerdem werde Oracle die Produkte des Konkurrenten im Falle einer Übernahme nun doch nicht einstellen, sondern “noch viele Jahre lang unterstützen. Die Zufriedenheit dieser Kunden ist der Schlüssel zum Erfolg dieser Akquisition.”

Oracle will außerdem die Klagen von Peoplesoft und J.D. Edwards mit eigenen gerichtlichen Schritten kontern, “als Antwort auf ihre gemeinsamen Bemühungen, die Fähigkeit der Peoplesoft-Aktionäre zu eliminieren, Oracles freundliches Übernahmeangebot anzunehmen”.

Einstweilen setzt Peoplesoft immer stärker auf die Macht der Kunden: Die Anzeigenkampagne in großen US-Tageszeitungen und Wirtschaftsblättern lässt nun klar die Kunden Farbe bekennen – für Peoplesoft und gegen Oracle.

So kommen durchweg Unternehmenslenker zu Wort, die sich nach einer Prüfung der Produkte von Oracle für diejenigen von Peoplesoft entschieden haben. Der Grundtenor lautet aber nach einer Meldung des Wall Street Journal jeweils: Oracle benimmt sich schlecht. Nun liegt die Vermutung nahe, dass ein Gegenschlag von Oracle, in dem eine Überlegenheit der Produkte postuliert wird, nur eine Frage der Zeit sei.