LANDesk marschiert erfolgreich in Intels Fußstapfen

Management

CEO Joe Wang über die neue Management-Suite und den Buy-out

Die Abspaltung vom Chiphersteller Intel hat der ehemaligen Software-Abteilung Landesk offenbar gut getan. Beide Quartale als eigenständiges Unternehmen schlossen im Plus, weiteres Wachstum wird erwartet und mit der neuen Management-Suite Version 7 verspricht sich der CEO und President Joe Wang einen ordentlichen Batzen vom Marktkuchen.

“Die aktuelle Management-Lösung hat eine Reihe von Funktionen hinzubekommen, die uns von der Konkurrenz abhebt”, berichtet Wang stolz im Gespräch mit silicon.de und nennt im Besonderen drei Schlüsselelemente: Das Software-Deployment steht nach wie vor an oberster Stelle. “Neue Security-Patches und Software-Upgrades müssen schnell zu allen PCs gelangen. Wer zu lange wartet, verliert viel Geld”, fasst Wang zusammen.

Das Thema Sicherheit liegt dem ehemaligen Symantec-Mann am Herzen: “Patches für Viren oder andere Angriffe sind schnell zu haben, doch manche Firmen brauchen zu lange für die Distribution auf die Rechner. Im schlimmsten Fall sind schon die ersten befallen, bevor man die Lücke stopft.” Die Lösung soll den Prozess beschleunigen und automatisch neue Software auf Desktops, Server oder andere Geräte verteilen.

Wang hebt weiter die Operating-System- und Profil-Migration hervor. Bei der Migration eines neuen Betriebssystems beispielsweise – Landesk unterstützt nach eigenen Angaben alle OSs – werden die persönlichen Einstellungen des Mitarbeiters auf einem Server zwischengelagert, das neue System auf die PCs gespielt und anschließend die jeweiligen Profile lediglich wieder eingefügt. “Abends fährt der Anwender das “alte” Betriebssystem herunter und am nächsten Morgen startet er mit den ihm bekannten Einstellungen das neue.” Die Zeitersparnis sei dadurch enorm, weil die Mitarbeiter nicht erneut ihre Einstellungen laden müssen.

Damit die ohnehin schlanken IT-Budgets nicht unnötig strapaziert werden, hat Landesk das Software-License-Monitoring entwickelt. Das Überwachungs-Tool analysiert, welcher Anwender welche Applikationen nutzt. Fällt auf, dass ein Mitarbeiter eine Lizenz für eine Software hat, die er, wie ermittelt, lange nicht mehr benutzt hat, dann kann diese Lizenz möglicherweise abgegeben werden. “Viele Anwendungen liegen brach und verursachen schlicht überflüssige Kosten”, will Wang aufrütteln.

Andererseits haben einige Mitarbeiter Software auf ihrem PC installiert, die sie eigentlich nicht haben dürften. Das Monitoring-Feature soll beispielsweise “Spielern” oder solchen Mitarbeitern einen Riegel vorschieben, die zu viele private Anwendungen laufen haben. In den USA ist die Kontrolle gang und gäbe, aber in Deutschland “schlagen bei diesem Punkt vor allem die Betriebsräte Alarm”, weiß Landesk-Mann Oliver van de Kamp für die Bundesrepublik zu berichten. “Wir drehen den Spieß um und sagen: Wir kontrollieren nicht, was ihr auf dem Rechner habt, sondern blockieren entweder gezielt Spiele und Ähnliches oder schalten nur solche Anwendungen frei, die ihr auch benötigt.”

Die Version 7 der Management-Suite hat außerdem noch als neues Feature den erweiterten Mac-Support, inklusive OS X, und eine Funktion namens Target-Multicasting im Programm. Damit sollen Applikationen bandbreitenschonend im Unternehmen verteilt werden. Statt ein Software-Deployment auf multiple PCs simultan abzuwickeln, was das Netz aller Wahrscheinlichkeit lahm legen würde, lässt Landesk die Software via Router verteilen, die als Vermittler in die Subnetze fungieren. So muss beispielsweise ein 1 GByte großes Package nur einmal für diverse Subnetze übermittelt werden. Andere nennenswerte Eigenschaften, die Wang anführte, sind die Policy-basierte Verwaltung und das Asset-Management.

Bei soviel Neuem kommt Wang ins Schwärmen und erklärt, dass das Produkt ja schon seit 15 Jahren existiere. “Im Dezember kam das erste Release nach dem Buy-out auf den Markt und unsere Kunden wussten, dass sie mit uns planen können”, erklärt der CEO selbstbewusst. Als Software-Sparte innerhalb eines Halbleiterkonzerns sei das ein bisschen wackelig gewesen, wusste man doch nie, ob die Intel-Oberen den “Fremdkörper” nicht irgendwann einstampfen wollten.

Jetzt will Intel die Finger nicht ganz von Landesk lassen. Beide Seiten hätten erkannt, dass man aus einer separaten Firma Nutzen ziehen könnte. Intel behält auch weiterhin einen Anteil an Landesk und umgekehrt erhält die junge Software-Firma Patente, die Intel nicht völlig aufheben will.

“Ab 2004 geht es wieder aufwärts”, ist Wang überzeugt und dann will er mit Landesk auch an die Börse. “Jetzt ist es so besser, weil man nicht den Zwängen der Wall Street oder dem Druck bei den Quartalsergebnissen unterliegt. “Die Börse ist nicht das Ziel. Uns ist wichtig, Marktanteile gegenüber den Konkurrenten zu gewinnen.”

Und von denen ist Microsoft der größte Brocken. Deren Management-Lösung hat den Vorteil, aus dem gleichen Hause zu stammen wie das am meisten eingesetzte Betriebssystem. Dabei “fragen viele Kunden schlicht danach, ob es von Microsoft auch ein Management-Tool gibt und wenn einer dann ‘Ja’ sagt, ist die Sache schon entschieden”, glaubt Wang. Aber: “Vergleicht man die Technologien, wird der Kunde feststellen, das unser Produkt besser ist.”